• Rekommunalisierung in Berlin-Friedrichshain: Gewobag stimmt Übernahme von Wohnungen an Karl-Marx-Allee zu

Rekommunalisierung in Berlin-Friedrichshain : Gewobag stimmt Übernahme von Wohnungen an Karl-Marx-Allee zu

Für rund 1000 Mieter in der Karl-Marx-Allee sieht es gut aus. Die Gewobag garantiert, ihnen ihre Wohnungen abzukaufen. Damit würde der Verkauf an die Deutsche Wohnen verhindert.

In der Karl-Marx-Allee, zwischen Strausberger Platz und Frankfurter Tor, sollen 700 Wohnungen an die Deutsche Wohnen verkauft werden.
In der Karl-Marx-Allee, zwischen Strausberger Platz und Frankfurter Tor, sollen 700 Wohnungen an die Deutsche Wohnen verkauft...Foto: imago/PEMAX

Die Gewobag gibt grünes Licht für die Rekommunalisierung von rund 620 Wohnungen an der Karl-Marx-Allee. Der Aufsichtsrat der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft hat am Freitag beschlossen, die Übernahme der Wohnungen in den Blöcken C Süd, C Nord und D Nord nach der Ausübung des Mietervorkaufsrechts zu garantieren.

Das bedeutet, dass allen Mieterinnen und Mietern, die ihr Vorkaufsrecht über das Modell „gestreckter Erwerb“ ausüben, die Wohnungen von der Gewobag abgekauft werden. Das teilten die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg am Sonnabend mit. Eine Berliner Anwaltskanzlei tritt als Mieterbevollmächtigter auf.

Bis Donnerstag müssen alle Mieter, die das wünschen, dem Kauf und direkt anschließenden Verkauf ihrer Wohnung an die Gewobag zustimmen

Für den vierten vom ursprünglich geplanten Verkauf an den Immobilienkonzern Deutsche Wohnen betroffenen Wohnblock, der im Milieuschutzgebiet liegt, übt der Bezirk sein Vorkaufsrecht aus, die rund 80 Wohnungen gehen an die Wohnungsbaugesellschaft Mitte.

"Vertrauen in die Politik ist Bestandteil des Modells"

„Wir sind mit dem Ziel angetreten, die Mieterinnen und Mieter vor Verdrängung und untragbaren Mietsteigerungen durch eine Veräußerung an die Deutsche Wohnen zu schützen und die Wohnungen wieder in das Eigentum städtischer Wohnungsbaugesellschaften zu überführen“, sagt Sebastian Scheel, Staatssekretär für Wohnen (Linke). „Dies ist gelungen.“ Ende 1993 waren die Blöcke privatisiert worden.

„Allen Beteiligten ist bewusst, dass wir absolutes Neuland betreten und ein Vertrauen in die handelnde Politik Bestandteil des Modells ist“, mahnt Florian Schmidt (Grüne), Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg.

Um dieses Vertrauen weiter zu bestärken, stehen Scheel und Schmidt, außerdem Vertreter der Gewobag, des Senats, des Bezirks sowie Anwälte am 2. und 3. Januar den Mietern für Gespräche und zur Prüfung und Registrierung von Unterlagen zur Verfügung. Im „Münzenbergsaal“, Franz–Mehring-Platz 1 in Friedrichshain.

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