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Rock’n’Go : White Trash will nach Kreuzberg

„Ich fühle mich als Galerist und sammle Dinge, Musik und Menschen“, sagt Potts, der kurz nach dem Mauerfall als Kunststudent aus der Nähe von Los Angeles nach Berlin kam. Bald habe er gemerkt, dass er selbst kein Künstler sei, sich aber gerne mit welchen umgebe. Also gründete er 1998 im Haus Schwarzenberg in der Torstraße das „Soup Kitchen“, wo sich Künstler, Musiker und Tätowierer trafen. „Da war kein Plan dahinter, das war einfach trinken und Party und homecooked food“, sagt Potts. Zwei Jahre später bekam es den heutigen Namen. 2003 dann der Umzug in ein ehemaliges Asia-Restaurant in der Torstraße, woher ein Großteil der heutigen Deko stammt. Seit mehr als fünf Jahren ist das White Trash nun in der Schönhauser Allee und beschäftigt 60 Angestellte. 400 Bands treten dort im Jahr auf, aus der Küche kommen täglich bis zu 600 Essen. „Reserviert“-Schildchen und Papier-Speisekarte sind beliebte Souvenirs.

Nun also die Standortfrage. Die Pläne des Amerikaners wären vermutlich sowieso zu groß für die Räume in der Schönhauser Allee. Die bewährte Mischung aus Restaurant, Club, Konzertraum, Galerie und Tattoostudio soll ergänzt, das Interieur mitgenommen werden. Potts plant eine „Rock’n’Roll“-Kochschule mit den Starköchen Wolfgang Müller und Stefan Marquard. In einem Laden sollen Wurst, Fleisch und hausgemachte Soßen verkauft, in einer Galerie Kunst ausgestellt werden, es soll Catering geben. Und die Küche soll offen sein, damit die Gäste sehen, wie das Essen verarbeitet wird. Das anvisierte Zielgebiet sei nun Friedrichshain-Kreuzberg, am liebsten Kreuzberg 36, aber nicht zu sehr im Süden am Kanal, sagt Potts. Die meisten jungen Künstler, Studenten und selbst Touristen sind bereits aus den gleichen Gründen aus Prenzlauer Berg und Mitte geflohen. Auch ihnen ist es zu teuer geworden.

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