Rosenball 2018 : Deutsche Schlaganfall-Hilfe feiert 25. Jubiläum

Viele Prominente feierten auf dem eleganten Ball. Rund 600 Gäste spendeten rekordverdächtige 300.000 Euro – mehr als je zuvor.

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe feierte auf dem "Rosenball 2018" ihr 25. Jubiläum.
Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe feierte auf dem "Rosenball 2018" ihr 25. Jubiläum.Foto: Bertelsmann SE & Co. KGaA/Bertelsmann SE & Co. KGaA/obs

In den frühen Morgenstunden bei der obligatorischen Currywurst danach konnten sich die Gäste des Rosenballs im Hotel Interconti einem wirklich luxuriösen Problem widmen. Wer war denn nun der Star des Abends? Bryan Ferry, der um Mitternacht, auf die Bühne trat und als coolster „Slave of Love“ ever begeisterte?

Oder doch Adel Tawil, der noch während des Dinners am Samstagabend geworben hatte: „Lass uns zusammen singen, bis die Welt uns zu Füßen liegt“? Ganz nah dran am Herzen des Balles war zweifellos Patricia Kelly, die ein neues Lied als Geschenk mitgebracht hatte. Bis Ende des Jahres will sie den Erlös von „Together Now“ der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe spenden.

Ballkönigin war in jedem Fall Gastgeberin Liz Mohn, gar nicht mal hauptsächlich wegen des eindrucksvollen Stylings von der bei aller Perfektion fast mädchenhaft wirkenden Frisur bis zur dezent funkelnden Spitze des eigens für sie entworfenen hellblauen Kleides. Sie strahlte den berechtigten Stolz auf dieses Lebenswerk einfach aus.

Vor 25 Jahren hat sie die Schlaganfall-Hilfe gegründet. Zum Jubiläumsball spendeten die rund 600 Gäste rekordverdächtige 300.000 Euro – mehr als je zuvor. Dass von den 270.000 Menschen, die jedes Jahr allein in Deutschland vom Schlag getroffen werden viel mehr überleben als vor 25 Jahren, ist auch der Arbeit dieser Stiftung zu verdanken. Dazu gehört auch, dass mehr Menschen in der Lage sind, Schlaganfälle zu erkennen. Auch etwa 450 Selbsthilfegruppen mit 16.000 Patienten werden von der Stiftung betreut.

Bertelsmänner lassen es krachen

Den Schlaganfall ins Licht zu rücken und Geld für seine Bekämpfung aufzutreiben, war der Zweck des Balles, der alle zwei Jahre gefeiert wird. Nebenbei zeigte er aber auch, und das war bestimmt auch nicht ungewollt: Wenn Bertelsmänner feiern, dann lassen sie es richtig krachen. Gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden Thomas Rabe nahm Liz Mohn ein eindrucksvolles Defilé betont elegant gekleideter Gäste ab.

Mit dabei waren unter anderen Rita Süssmuth, Gruner&Jahr-Chefin Julia Jäkel mit Ulrich Wickert, Verona Pooth, Thomas Gottschalk, Hannelore Hoger, Bettina Cramer, Wolf Bauer, Friedrich von Metzler, Designer Brian Rennie, Jack White, Regine Sixt, Jette Joop, Hans Mahr mit Katja Burkhard, Buchautor Klaus Wowereit, Florian Langenscheidt, die Unternehmer Clemens Tönnies und Mario Ohoven und Moderatorin Ruth Moschner in einer aufsehenerregenden rapsfeldgelben Robe, Choreograph Jorge Gonzales tanzte in hohen, kupferfarben glänzenden Schuhen zur Musik von Tom Gaebel und seinem Orchester.

Am Ehrentisch saß Gesundheitsminister Jens Spahn, der wie etliche andere Gäste, das Thema Schlaganfall schon aus dem erweiterten Familienkreis kannte. Veronica Ferres kam mit Carsten Maschmeyer, der die Stiftung mit einer Mitmachaktion unterstützte, bei der er 100 Euro für jeden gab, der sich für die gute Sache fotografieren ließ. Als Glücksfee trat Sylvie Meis auf, die fröhlich lachend die Frage beantwortete, wie sie als Niederländerin diesmal die Fußball-Weltmeisterschaft verbringen wird: „Da mache ich Urlaub!“

Jubiläumskampagne „Ich setze ein Zeichen“

Rund 15.000 vielfarbige Rosen waren zu aufwändigen Gestecken verarbeitet worden. Auch die Interconti-Küche konnte mal wieder vor großem Publikum ihr Ball-Vermögen zeigen mit in Algenmilch gebeizten Kombinationen vom Langostino und Ikarimi Lachs, mit Eismeer-Kabeljau und kandierten Rosenblättern.

Ein gut gelauntes Moderatoren-Duo gaben Frauke Ludowig und Guido Maria Kretschmer, dessen vielfältige Begabungen die Gäste noch beim Sonntagsfrühstück genießen konnten, da es seinen neuen Roman über die Geschichte und Geschicke eines roten Seidenkleides wie die neue CD von Bryan Ferry als Erinnerungsgeschenk gab.

So ganz dezent will so ein Ball dann schon auch daran erinnern, dass Bertelsmann mit 15.000 neuen Büchern im Jahr an der Weltspitze der Buchverlage steht. Der Ball war aber auch Auftakt einer Jubiläumskampagne der Stiftung, die ab Mitte Mai unter dem Motto „Ich setze ein Zeichen“ noch mehr Problembewusstsein und Solidarität mit Schlaganfall-Patienten schaffen soll.

Doch die Show-Acts waren toll, diese Musikklasse ist bei Bällen leider nur noch eine Ausnahme. Über die heimlichen Stars des Abends musste am Ende trotzdem nicht lange diskutiert werden. Sie hatten sich früh schon rund um die Gastgeberin zum Gruppenfoto formiert.

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Das waren überwiegend jüngere Schlaganfall-Patienten, die weiterleben und trotz mancher Einschränkung Lebensfreude und Spaß am Glamour wiedergefunden haben. Einer war schon im Mutterleib getroffen worden. Künftig will sich die Stiftung verstärkt für eine bessere Nachsorge einsetzen, damit Patienten auch nach dem Krankenhaus optimal unterstützt werden.

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