Wissenschaft - mit dem neuen Chef zu mehr Geltung?

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Rot-Rot-Grün in Berlin : Zehn Fragen, zehn Antworten zum Koalitionsvertrag

Wissenschaft - mit dem neuen Chef zu mehr Geltung?

Berlins Hochschulchefs jubeln: Der Regierende Bürgermeister macht die Wissenschaft zur Chefsache! – Schafft Michael Müller jetzt drei Harvards in Berlin? Natürlich nicht. Die Finanzierung der Hochschulen dürfte auch unter Müller auf preußischem Niveau bleiben. Die Fakultäten werden auch fortan nicht so üppig mit Professuren bestückt sein wie in München, die Professoren nicht so gut besoldet sein wie die in Baden-Württemberg. Aber Berlins Hochschulen werden sich weiter konsolidieren können. Der Koalitionsvertrag setzt einige freundliche Zeichen: Die nächsten Hochschulverträge, die ab 2018 gelten, werden nicht mehr für vier, sondern für fünf Jahre abgeschlossen. So bekommen die Hochschulen noch mehr finanzielle Planungssicherheit. Und über den Zuschuss muss nicht erst wie sonst hart mit dem Finanzsenator verhandelt werden: Die Koalitionäre haben bereits eine Steigerung von jährlich 3,5 Prozent festgesetzt.
Aber reicht das Geld? „3,5 Prozent sind wunderbar geeignet, um den Betrieb solide weiterzuführen“, sagt TU-Präsident Christian Thomsen. Die steigenden Kosten für Personal sind abgedeckt. Überträgt Müller den Hochschulen in den Hochschulverträgen aber neue Aufgaben, reicht es nicht, meinen die Hochschulpräsidenten. Als passabel bewerten sie auch die Mittel für den Hochschulbau. Doch ob der Senat auch den Zuschuss für Geräte in Laboren verdoppelt, wie die Unis es sich wünschen, ist offen. Insgesamt ist die Lage nicht ideal. Aber geht alles gut, kann Müller den drei Berliner Unis im Jahr 2019 zum Sieg im nächsten Exzellenzwettbewerb gratulieren. „Mit dem Chef die Bundesgeltung ausbauen“, lautet die Devise.

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