Rot-Rot-Grün : Wie finden die Berliner ihre Regierung?

Seit zwei Jahren regiert Rot-Rot-Grün die Hauptstadt. Was halten die Bürger von der Senatsarbeit? Wie fällt ihr Zwischenzeugnis aus? Wir haben nachgefragt.

Stephanie Birk
Narin Barin, Christian Erdmann und Antje Töpfer (v.l.n.r).
Narin Barin, Christian Erdmann und Antje Töpfer (v.l.n.r).Foto: Stephanie Birk, Montage: Tsp

Dr. Latka (69) aus Mitte: "Wünsche mir mehr kompetente Personen"

Foto: Stephanie Birk

Ich halte von der rot-rot-grünem Regierung nicht allzu viel. Vor allem nicht von Bausenatorin Katrin Lompscher. Das ist mir alles zu populistisch. Ich würde mir in der Politik mehr kompetente Personen wünschen und weniger Leute, die nur aufgrund ihrer Partei einbezogen werden. Ganz gut finde ich noch Dirk Berendt von den Grünen.

 

Antje Töpfer (50) aus Falkensee: "Im Bereich Ernährung wird eine Menge getan"

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Für den Verkehr und Radverkehr hat sich die Regierung ja eine ganze Menge vorgenommen. An der Umsetzung fehlt es aber noch. Von den Verbesserungen im Radverkehr zum Beispiel merke ich noch nicht wirklich etwas. Die Konzepte müssen jetzt endlich umgesetzt werden. Ich finde gut, dass im Bereich Ernährung eine Menge getan wird. Zum Beispiel in Sachen Reduzierung der Lebensmittelabfälle. Da habe ich den Eindruck, dass sich etwas bewegt. Außerdem gibt es in Berlin ja jetzt auch einen Ernährungsrat.

 

Meik Ramy (26) aus Neukölln: "Manchmal sieht es etwas unplanmäßig und diffus aus"

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Grundsätzlich bin ich mit der Regierung zufrieden. Aber manchmal sieht es etwas unplanmäßig und diffus aus. Viele Parteien widersprechen sich. Es fühlt sich für mich oft wie Stillstand an. Man sieht das zum Beispiel an den verschiedenen Großprojekten. Es wird viel diskutiert und es herrscht immer ein großes Hin und Her. Vieles ist im Gespräch, aber so richtig konkret wird es nicht. Mir ist das besonders bei der Baupolitik aufgefallen. Wenn es darum geht, neue Unternehmen nach Berlin zu holen, wird das hier oft blockiert. Man sollte aufpassen, dass die Leute, die in Berlin wohnen, nicht verdrängt werden.

 

Prof. Dr. Christian Erdmann (54) aus Schöneberg: "Sie haben sich außergewöhnlich viel vorgenommen"

Foto: Stephanie Birk

Die Regierung hat es natürlich schwer, weil wir aus einer langen Phase der Sparpolitik kommen. Durch den Haushaltsüberschuss hat sie jetzt erstmals die Möglichkeit viele Dinge anzugehen. Dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jetzt besser bezahlt werden, dass man Stellen bei der Polizei und bei der Feuerwehr aufstockt, das sind dringend notwendige Dinge. Es gibt auch Dinge, für die man einen langen Atem braucht, etwa die Themen Mobilität und Straßenverkehr. Da haben sie sich außergewöhnlich viel vorgenommen. Ich bin gespannt darauf, wie das umgesetzt wird. Im Gegensatz zu der harschen Kritik in der Presse bin ich mit der Politik grundsätzlich zufrieden.

 

Adriano Hellbusch (32) aus Schöneberg: "Warum funktioniert die Mietpreisbremse nicht?"

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Die Wohnungsfrage ist für Berlin besonders wichtig. Die Mietpreisbremse hat nicht funktioniert und ich frage mich: Warum nicht? Warum ist die Politik da nicht strikter und achtet mehr darauf, dass alle Menschen weiterhin am Stadtgeschehen teilhaben und auch in der Stadt wohnen können? Da ist noch einiges zu machen.

 

Daniel Böhme (22) aus Schöneberg: "Kostenloses Nahverkehrsticket und Mittagessen für Schüler finde ich gut"

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Ich finde die letzten Projekte der Regierung gut. Zum Beispiel das kostenlose Nahverkehrsticket und Mittagessen für Schülerinnen und Schüler. Es ist wichtig, dass gerade sozial benachteiligte Kinder zumindest eine warme Mahlzeit am Tag bekommen. Schlechte finde ich, dass die Verwaltung zu langsam arbeitet. Außerdem müssen noch mehr Projekte im Bereich Digitalisierung und Wohnungsbau vorangetrieben werden. Wohnungsnot ist das Thema unserer Zeit. Da braucht es jetzt mal neue Ideen und einen richtigen Anfang. 

 

Narin Barin (36) aus Schöneweide: "Es werden zu viele Quereinsteiger eingestellt"

Foto: Stephanie Birk

In meinem Beruf als Lehrerin sehe ich, dass zu viele Quereinsteiger eingestellt werden. Dabei haben wir für die Ausübung des Berufs jahrelang studiert. Für mich wird der Lehrberuf dadurch entwertet. Man würde sich ja auch nicht gerne von einem Laien operieren oder die Haare schneiden lassen. In die Bildung wird einfach immer noch viel zu wenig Geld investiert. Außerdem würde ich mir ein kostenloses Nahverkehrsticket für alle wünschen.

 

Emma Mohn (18) aus Steglitz-Zehlendorf: "Mehr in die Schulen investieren"

Foto: Stephanie Birk

Ich finde, es müsste mehr für Schulen getan werden. In meiner Schule tropft es zum Beispiel von der Decke. Es wird zwar immer gesagt, dass mehr in Schulen und Bildung investiert wird, aber ich sehe an meiner Schule davon nichts.

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