Saisonbeginn : Das Berliner Oktoberfest startet – noch vor dem Original in München

Gaudi geht auch ohne Wiesn: Die Oktoberfest-Zeit beginnt und die Auswahl in Berlin ist groß. Wir zeigen Ihnen, wo sie zünftig feiern können.

Vivien Krüger
O’zapft is. Im Hofbräu am Alexanderplatz darf man Tracht tragen, ohne schief angeguckt zu werden.
O’zapft is. Im Hofbräu am Alexanderplatz darf man Tracht tragen, ohne schief angeguckt zu werden.Foto: Thilo Rückeis

Der Sommer ist fast vorbei, es riecht nach Herbst. Was heißt das für Berlinerinnen und Berliner mit Hang zu blau-weißen Fähnchen und Biergläsern in Übergröße? Die Saison der Oktoberfeste beginnt. Während man in München bis zum 21. September warten muss, startet Berlin bereits am heutigen Freitag mit den ersten Veranstaltungen. Das freut auch bayerische Zuzügler, denn die Preise liegen hier in der Regel unter dem Niveau der Original-Wiesn.

Oktoberfest in Rudow

Den ersten Oktoberfestgenuss gibt’s auf dem Lieselotte-Berger-Platz in Rudow. Ab heute öffnet dort ein kleiner Jahrmarkt mit nostalgisch anmutendem Riesenrad, Kinderkarussell und Schießbuden. Hunger? An den Ständen werden Leberkäse, Brezn, Quarkbällchen und natürlich bayerisches Bier angeboten. Musik gehört auch dazu, die kommt von der Oktoberfest-Band Grenzland Power, die aus Sänger und Entertainer Mikey Cyrox und Martin Martini besteht – die beiden kennt man vielleicht aus der TV-Show „The Voice of Germany“. Bis Sonntag bleibt die Rudower Wiesn geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Hauptstadtwiesn an der Spinnerbrücke

Auch in Nikolassee können Oktoberfestbegeisterte schon ab heute in den Holzhütten direkt an der Spinnerbrücke feiern. Im gemütlichen Biergarten werden bayerische Klassiker und Wiesn-Festbier in (fast) authentischer Atmosphäre serviert. Die Live-Bands Stadlrogga und Kraylhaxer bringen die Gäste in die richtige Bierzeltstimmung. Bis zum 27. Oktober kann auf den rustikalen Tischen und Bänken in den Original-Almhütten getanzt werden. Einzeltickets kosten 15 Euro.

Oktoberfest auf der Spree

Feuchte Wiesn gibt’s nicht nur im Tegeler Fließ: Die Stern- und Kreisschifffahrt lädt am 4. und 5. Oktober zum schwimmenden Fest bei einer nächtlichen Schifffahrt. Los geht’s an beiden Tagen vom Treptower Hafen um 19.30 Uhr. An Bord wird geschlemmt – zur Auswahl stehen Menüs aus Schweinshaxe mit Sauerkraut und Klößen oder fleischlos, typisch Hauptstadt, mit Schwammerl und Spinatspätzle. Das ganze Paket sollte vorab gebucht werden, die Spreefahrt kostet 29 Euro, mit Menü werden 54,50 Euro pro Person fällig. Nach vier Stunden Fahrt mit Untermalung durch Oktoberfest-Hits legt der Dampfer um 23.30 Uhr wieder in Treptow an. Wer in Dirndl, Janker und Lederhosen kommt, erhält eine kleine Überraschung. Infos und Tickets unter www.sternundkreis.de.

Hofbräu Berlin

Zeitgleich zum echten Oktoberfest kann auch im Wirtshaus Hofbräu gefeiert werden, dem Berliner Ableger der Münchner Traditionsbrauerei. Zur Einstimmung wird am 21. September in jedem Hofbräu-Wirtshaus ein Fass traditionelles Oktoberfestbier angezapft. Danach wird in der Karl-Liebknechtstraße jeden Tag bis zum 6. Oktober in typisch bayerischer Festzeltstimmung gefeiert und getanzt. Musik zum Schuhplatteln und Schunkeln kommt von einer Band. Am besten reservieren.

Spreewiesn am Postbahnhof

Wer den Oktober rustikal in den urigen und eigens aus München importierten Hütten unweit der Spree feiern möchte, der ist am Postbahnhof richtig. Wenige Gehminuten vom Ostbahnhof entfernt zaubert ein preußischer Chefkoch bayerische Köstlichkeiten auf die Teller. In gemütlicher Atmosphäre gibt es dazu Bier aus München und eine Kapelle spielt Oktoberfest-Klassiker zum Auf-und-unter-den-Tischen-Tanzen. Diesen Sonnabend, 14. September, beginnt das Event mit den „Wilden Wiesn“, danach wechseln sich die „Gaywiesn“ und „Wiesn Afterwork“ täglich ab. Am 26. Oktober endet die Gaudi mit einem großen Finale. Die Veranstalter haben das ehrgeizige Ziel, die „höchste Dirndl-Dichte“ Berlins zu schaffen. Ob die Gäste mitziehen? Wird man sehen. Der Eintritt kostet mittwochs und donnerstags acht Euro, freitags und sonnabends zehn Euro. Reservierungen und Informationen unter: www.spreewiesn-berlin.de.

In der Fischehütte

Wer es ein wenig exquisiter mag, besucht vielleicht das Oktoberfest der Fischerhütte am Schlachtensee. Vom 26. September bis 19. Oktober verwandelt sich das Traditionslokal in eine Almhütte, zumindest in kulinarischer Hinsicht. Freitags und sonnabends steigt die Wiesn-Party ab 19 Uhr. Der Eintritt kostet 69 Euro und enthält ein Zwei-Gänge-Menü, Festbier, Softdrinks und Obstler – außerdem Live-Musik. Informationen gibt’s unter www.fischerhuette-berlin.de.

Wiesn-Gaudi an der Zitadelle Spandau

Im großen „Festzelt der Hauptstadt“ wird vom 27. September bis 26. Oktober gefeiert und geschwelgt in Haxn, Weißwürsten, Brezn, dazu empfiehlt sich, na klar, bayerisches Bier. „Die Gaudi Buam“ wollen die Menge in Bewegung halten. Eine Reservierung wird empfohlen. Tische für eine bis sieben Personen gibt es für jeweils 34,90 Euro pro Person, Tische ab acht Personen für 29,90 Euro. Enthalten sind Speisen, Getränke und Eintritt. Infos unter: www.oktoberfest-berlin.de/spandauer-oktoberfest.html

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