Berlin : Schöner kuscheln

Stil und bester Service sind selbstverständlich: Das Landhotel „Zur Bleiche“ gilt als Flaggschiff der Brandenburger Wellness-Hotellerie

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Jetzt noch ein paar Schwimmzüge im warmen Becken? Die Runde an der Bar reagierte auf den ungewöhnlichen Vorschlag mit Euphorie und Skepsis. Schließlich ist es schon morgens um zwei. Während die eine Gruppe von „längst geschlossenen Türen und fehlenden Handtüchern“ sprach, ließ die andere Hälfte keinen Widerspruch zu. Wenn das Hotel „Zur Bleiche“ in Burg schon als Flaggschiff der Brandenburger Wellness-Hotels gelte, müsse es den Gästen auch nachts solche ausgefallenen Wünsche erfüllen. Gesagt, getan. „In fünf Minuten im Wasser“, lautete die Verabredung. Tatsächlich fanden sich alle pünktlich im großen Becken ein. Das war natürlich geöffnet, Handtücher lagen bereit und im Kamin brannte sogar das Feuer.

Vor allem solche vermeintlichen Kleinigkeiten machen den Reiz der „Bleiche“ in Burg aus. Ein professioneller Wellness-Tester reagierte höchst erstaunt und schließlich erfreut über eine Frage bereits bei der Buchung eines Aufenthaltes: „Wünschen Sie Ihre Massage lieber von einer Frau oder von einem männlichen Therapeuten?“ Andere Gäste loben einfach die vielen Kuschelecken zum Faulenzen in der Landtherme, die Behandlungsmöglichkeiten, die unbegrenzt langen Frühstückszeiten oder die neuen Zimmer mit Sauna und Hamam. Das Restaurant „17fuffzig“, das mit seinem Namen an den vom Preußenkönig bestimmten Anbau von Flachs und Hanf an diesem Ort erinnert, gehört zu den ersten Adressen im Land. Jeder kann den Mitarbeitern um Chefkoch Oliver Heilmeyer bei ihren Künsten durch eine Scheibe zusehen. Welche entscheidende Rolle der Wellness-Bereich für den Erfolg des Hotels spielt, mussten die Eigentümer Christine und Heinrich Michael Clausing schmerzlich nach dem Großfeuer in der Landtherme 2003 erfahren. „Um 80 Prozent gingen die Buchungszahlen zurück“, sagt Clausing, gebürtiger Bayer. „Vor allem die Nachfrage nach Tagungen brach nahezu völlig ein. Zum Erfolg eines mehrtägigen Treffens gehört eben Wellness inzwischen einfach dazu.“

Spielt demnach die Umgebung des jeweiligen Hotels in Brandenburg gar nicht die entscheidende Rolle? Clausing schüttelt den Kopf. „Die Landschaft ist das i-Tüpfelchen.“ Vom Spreewald sei er nach wie vor wegen der Einzigartigkeit der unendlichen Fließe begeistert. Aber das Angebot für die Gäste dürfe sich nicht auf das Kahnfahren beschränken. Die Clausings betrachteten deshalb auch die Eröffnung der nicht weit entfernt liegenden Spreewaldtherme nicht als Konkurrenz. Die ziehe andere Gäste an. Wichtig sei die Stärkung von Burg und der Region als Touristenziel. Deshalb igeln sich die Gäste der „Bleiche“ auch nicht ein. Man trifft sie beim morgendlichen Walking, auf Radtouren und natürlich in den unverwüstlichen Spreewaldkähnen. Ste.

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