Schreibwettbewerb des Auswärtigen Amtes : Von der Kunst, Freunde zu werden

Mehr als 500 Kinder- und Jugendliche haben Texte eingereicht unter dem Motto: Freunde ohne Grenzen. Jetzt stehen die Sieger fest.

Bühne frei. Einige Sieger des Schreibwettbewerbs mit den Tagesspiegel-Kinderreportern.
Bühne frei. Einige Sieger des Schreibwettbewerbs mit den Tagesspiegel-Kinderreportern.Foto: Felix Zahn/photothek.net

Als die achtjährige Josephine Heynes mit klarer, mutiger Stimme den Zuschauern im Lichthof des Auswärtigen Amtes (AA) über Knaller und Welle erzählte, war es still. Nur der eine oder andere Erwachsene raschelte leise beim Griff zu einem Taschentuch, um sich heimlich die Tränen aus dem Augenwinkel zu wischen.

Die wunderbare Schauspielerin Lina Wendel und Lena Hanfland, Siegerin des Kinderjury-Preises.
Die wunderbare Schauspielerin Lina Wendel und Lena Hanfland, Siegerin des Kinderjury-Preises.Foto: Felix Zahn/photothek.net

Knaller und Welle sind die Namen der Protagonisten in Josephines Geschichte, die beim diesjährigen Schreibwettbewerb des AA in der Kategorie sechs bis zehn Jahre den dritten Platz belegte. Knaller und Welle sind Wolf und Fuchs, die am jeweils anderen Ufer eines Flusses leben und sehr gerne Freunde sein möchten. Doch Welles Mutter sagt: „Ihr könnt keine Freunde sein, weil wir nicht gleich sind.“
Das diesjährige Motto des Schreibwettbewerbs, an denen sich mehr als 500 Kinder- und Jugendliche beteiligten und für den der Tagesspiegel Medienpartner ist, lautete: „Freundschaft ohne Grenzen“. Die Siegertexte wurden vorgelesen von der Schauspielerin Lina Wendel, RBB-Moderator Uwe Madel führte durch das Programm, das gleichzeitig zum Tag der offenen Tür der Bundesregierung stattfand.

Illusionslos klar, aber mit großer Empathie sind die Texte geschrieben

Eine große Zahl der Texte beschäftigte sich mit den akuten Problemen unserer Zeit: Immer wieder werden Fluchtgeschichten, fiktive oder reale, und die daraus entstehenden Vorurteile, Probleme und eben auch Freundschaften verarbeitet. Der Blick der jungen Autorinnen und Autoren auf diese Welt ist illusionslos klar und feinsinnig. Gleichzeitig sind Empathie und Sehnsucht nach Harmonie und Frieden gewaltige Antriebe des Schreibnachwuchses.

Die Stimmung war prächtig im Lichthof des Auswärtigen Amtes.
Die Stimmung war prächtig im Lichthof des Auswärtigen Amtes.Foto: Felix Zahn/photothek.net

Zu diesem gehört auch die 16-jährige Lena Hanfland, die den erstmals ausgelobten Preis der Kinderjury gewann. Die Kinderjury wurde von vier jungen Kinderreportern des Tagesspiegels gebildet, die bei der Preisverleihung am Sonntagmittag mit im Publikum saß.

Lena Hanfland schreibt über die Möglichkeit, sich eine digitale Freundin mit den Charakteigenschaften, die man am liebsten hätte, selbst erschaffen zu können. Natürlich kommt sie am Ende zu der Erkenntnis: Nichts kann eine reale Freundschaft ersetzen. Und auch Josephine Heynes findet einen glücklichen Schluss für ihre Leser – Wolf und Fuchs dürfen Freunde werden. Wer alle Geschichten lesen möchte, kann sie hier beim Aufbau Verlag gratis als E-Book herunterladen.

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