Schule : 4,9 Liter im Einser und 7,5 Liter im Fünfer: So macht Sprit sparen Spaß

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WIE BMW DAS THEMA

ÖKOLOGIE BESETZT

Zwei Tonnen schwere Limousinen, Sportwagen über 500, Geländewagen über 350 PS: Der Name BMW steht bisher nicht unbedingt für zurückhaltenden Umgang mit Treibstoff und Material, „Dynamik“ hat Priorität in München. Daneben schieben sich aber mehr und mehr ernsthafte Bemühungen um Ökonomie und Ökologie – abzulesen etwa am Hydrogen7 , der ersten mit Wasserstoff betriebenen Limousine. Die jüngsten Fortschritte bei den Baureihen 5 und 1 könnten sogar Vorbild sein für die gesamte Industrie: gut nicht nur für Leistung und Fahrfreude, sondern vor allem für weniger Verbrauch und weniger Emissionen.

12 % SPARSAMER: NEUE

SECHSZYLINDER IM 5ER

Das aktuelle Facelift des Fünfers lebt von neuen Motoren. BMW bringt Benzin-Direkteinspritzung in zweiter Generation – stärker und deutlich sparsamer. Der neue 530i mobilisiert 272 PS aus unverändert drei Liter Hubraum, 14 PS mehr, verbraucht nach Norm aber 12 Prozent weniger. Seine 7,5 Liter pro 100 Kilometer sind für eine Limousine dieses Kalibers ein neuer Bestwert. Der sich, wie erste Fahrversuche zeigen, beim Mitschwimmen auf der Landstraße tatsächlich erreichen lässt. Im 525i (3,0 Liter, 218 PS) und im 523i (2,5 Liter, 190 PS) sind die neuen Sechszylinder sogar noch ein paar Schnapsgläser sparsamer.

FÜR TECHNIKER: BLICK AUF

DIE NEUE EINSPRITZUNG

Ihr Geheimnis ist Schichtladung: Die „High Precision Injection“ erzeugt im Bereich der Zündkerzen-Elektroden ein Wölkchen Benzin-Luft-Gemisch. Es verbrennt inmitten einer Zylinderfüllung aus reiner Luft - viel effizienter als das übliche homogene, also gleichmäßig zusammengesetzte Gemisch. Das Verfahren nähert sich dem Diesel – auch im Verbrauch: Mit 6,8 l Verbrauch bringt der 535d (ebenfalls 3 l Hubraum, 286 PS) keinen wesentlichen Vorteil mehr gegenüber dem Benziner.

BMW gebührt das Verdienst, Benzin-Direkteinspritzung (DI) der zweiten Generation als erster i n großer Serie zu bringen, wirksam in einem weiten Bereich vom Leerlauf bis über 4000 Umdrehungen pro Minute. Das bedeutet, dass der Motor fast immer im sparsamen Magerbetrieb läuft. Die erste DI-Generation ermöglichte diese ökonomosche Betriebsart nur bei niedrigen Drehzahlen.

FORTSCHRITT IM 1ER:

DIE BENZINER

Die optimierte Einspritzung zeichnet künftig auch die kompakten Vierzylinder-Modelle 118i und 120i aus. Die Leistungen dieser Benziner steigen auf 143 PS und 170 PS, dazu sank der Verbrauch um fast 15 Prozent auf nur mehr 5,9 und 6,4 Liter. Gekoppelt ist die neue Einspritzung mit einem ganzen Bündel weiterer Maßnahmen zum Konsumverzicht , die als Vorbild dienen könnten für die gesamte Branche: „Auto Start Stop“ und „Brake Energy Regeneration“. Die Emissionswerte der Benziner liegen zwischen 140 Gramm CO2/km beim 118i und 197 Gramm beim 130i.

1ER ALS FÜNFLITERAUTO:

DIE DIESEL

Bei den Diesel-Einsern hat BMW an vielerlei Stellschrauben des Motormangements gedreht und das Gewicht durch ein Alu-Kurbelgehäuse reduziert. Herausgekommen ist eine Kombination von Leistung und Verbrauch, die ihresgleichen sucht: 4,7 Liter braucht der 118d (143 PS, Spitze 210 kmh, max. Drehmoment 300 Newtonmeter), ebenso herausragende 4,9 Liter der 120 d (177 PS, 228 km/h Spitze, max. Drehmoment 350 Newtonmeter). Die Emissionswerte der Diesel liegen bei 123 Gramm CO2/km beim 118d und 129 Gramm beim 120d.

AUTO START STOP: BMW STEHT, MOTOR GEHT AUS

Beim „Auto Start Stop“ handelt es sich um die altbekannte - und schon beim Dreiliter-Lupo vor zehn Jahren verwirklichte - Idee, den Motor abzustellen, wenn immer der Wagen steht: Schalthebel im Leerlauf , Kupplungspedal losgelassen. Beim Tritt auf die Kupplung springt die Maschine wieder an. Serienmäßig vorhanden ist Auto Start Stop bei allen handgeschalteten 1ern mit Vierzylindermotor – zusammen mit einer Schaltanzeige , die ermuntert, in den verbrauchsärmsten Gang zu schalten.

WAS LEISTET DIE BRAKE

ENERGY REGENERATION ?

Alle neuen 1er, also auch der Sechszylinder 130i mit 265 PS, nutzen einen Teil der Bremsenergie – um Kraftstoff zu sparen. Das Prinzip: Die Batterie wird nur zu 80 Prozent geladen, danach läuft die Lichtmaschine leer mit, die sonst von ihr benötigte Leistung steht für den Antrieb zur Verfügung. Beim Gaswegnehmen wird der Generator wieder aktiviert und liefert kräftig Strom, der den Akku vollends auflädt. wolt eric

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