Schule : Geht doch – das neue Auto für die neue Zeit

Auf der Automesse in Genf ist er der Renner in Sachen Umwelt: Der Roadster eXasis ist schnell – und sauber

Michael Bauer (AP)

Heute auf Seite M 3

Wenn Batman auf dem Ökotrip wäre, würde er sein Batmobil bestimmt ohne Bedauern gegen dieses Prachtstück eintauschen: „Rinspeed eXasis“. Der coole, durchsichtige und fast völlig aus Kunststoff gefertigte Flitzer scheint direkt aus einem Science-Fiction-Film zu stammen. Was ihn neben dem spektakulären Design so besonders macht: Verbrauchswerte, die ebenfalls aus der Welt von morgen stammen. Das deutsch-schweizerische Gemeinschaftswerk ist eine der auffälligsten Weltpremieren in Genf.

Der zigarrenförmige Zweisitzer, den der Schweizer Auto-Vordenker Frank Rinderknecht zusammen mit dem Bayer-Konzern entwickelt hat, ist das erste transparente Auto der Welt. „Es ist sichtbar gemachte Ökologie“, sagte ein Sprecher des Konzerns in Genf – das mit Bioethanol betriebene Konzeptauto hat laut Dreßen einen CO2-Ausstoß von gerade einmal 20 Gramm pro Kilometer. Dabei soll der „eXasis“ keine „fahrbare Verzichterklärung sein“ und zeigen, dass sparsame und klimafreundliche Fahrzeuge nicht unbedingt „klein und hässlich sein müssen“, betont der Bayer-Sprecher.

Zwar wird der von einem 150 PS starken Zweizylinder-Motor angetriebene „eXasis“, der es auf eine Spitzengeschwindigkeit von 210 Stundenkilometer und einen Verbrauch von 5,5 Liter pro 100 Kilometer bringt, in dieser Form nie auf eine normale Straße kommen. Das ist aber auch nicht Sinn des Projekts – es geht um Denkanstöße für die Industrie.

Trumpfkarte ist vor allem die Gewichtsreduktion. „Wenn wir über Öko reden, müssen wir übers Abspecken reden“, sagt Dreßen und verweist darauf, dass das Schweizer Bundesamt für Energie den Konzeptwagen als Probanden für eine Studie zum Thema „Leichtbau und Ökologie“ ausgewählt hat. Verantwortlich für das geringe Fahrzeuggewicht von nur 750 Kilogramm ist der Kunststoff Makrolon, den der Chemiekonzern schon vor Jahrzehnten entwickelt hat. Das Polykarbonat steckt beispielsweise in CDs und DVDs . Schon jetzt wird das Material, das besser als Glas formbar ist, im Fahrzeugbau angewendet, beispielsweise in transparenten Dächern bei Smart und Mercedes.

Das Abspecken im Fahrzeugbau wird wichtiger, davon ist auch der Branchenexperte Willi Diez überzeugt. „Gerade beim Thema Verbrauch wird die Verwendung leichter Materialien einen Quantensprung bringen“, sagt der Professor vom Institut für Automobilwirtschaft Geislingen. Solche innovativen Beiträge wie der „eXasis“ seien wichtig, weil sie der Autoindustrie zeigten, was alles möglich ist.

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