Nach Schulschließungen in Hamburg : Erzbistum will katholische Schulen in Berlin behalten

Anders als in Hamburg ist die Katholische Kirche in Berlin finanziell gut aufgestellt. Eltern müssen nicht um die 25 Schulen bangen. Im Gegenteil.

Enges b´Beieinander: Die Katholische Schule St. Franziskus und die Kirche St. Matthias in Schöneberg.
Enges b´Beieinander: Die Katholische Schule St. Franziskus und die Kirche St. Matthias in Schöneberg.Foto: Susanne Vieth-Entus

Diese Nachricht hatte es in sich: Acht von 21 Schulen will das Erzbistum Hamburg in den nächsten Jahren vom Netz nehmen – aus Geldnot. Vom Sanierungsstau ist die Rede, von hohen Schulden. Da horchten Berliner Eltern auf, denn auch Berlin ist nicht gerade ein katholisches Kernland. Doch das hiesige Erzbistum gibt Entwarnung: „Es gibt keine Überlegungen, Schulen zu schließen“, sagte eine Sprecherin auf Tagesspiegel-Anfrage. Zudem kann sie vermelden, „dass sich kein Sanierungsstau gebildet hat“.

Steigende Kirchensteuereinnahmen - noch

Das Erzbistum erstreckt sich auf Berlin, Brandenburg und Vorpommern. Allein in Berlin und Brandenburg unterhält es 25 Schulen mit etwa 9500 Schülern – rund 1500 mehr als vor zehn Jahren. Zudem kam sogar noch eine Schule hinzu, und zwar die Marienschule Potsdam, und aktuell erwägt das Bistum noch eine Schule in Vorpommern zu eröffnen – nahe der Grenze zu Polen.

Auch mit dem Kirchensteueraufkommen steht es nicht schlecht, wie der Haushaltsplan 2018 zeigt. Es hat sich in den vergangenen Jahren „stetig nach oben entwickelt“, berichtet das Erzbistum - nach finanziell äußerst schlechten Zeiten. Im Jahr 2016 wurden brutto 131,5 Millionen Euro eingenommen, 2012 waren es noch unter 100 Millionen, und in der Haushaltsplanung für 2018 seien „entsprechend der Steuerprognose“ 146 Millionen Euro eingeplant. Der Zuwachs resultiert aus der guten konjunkturellen Entwicklung und der damit verbundenen Zunahme des Lohn- und Einkommensteueraufkommens.

Ein Fünftel der Ausgaben für die Schulen

Allerdings sei langfristig – insbesondere durch die demografische Entwicklung – mit einem Rückgang des Kirchensteueraufkommens zu rechnen, „auf den sich das Erzbistum Berlin in den nächsten Jahren strukturell vorbereiten muss“, gibt das Erzbistum zu bedenken. Zudem läuft der „Strukturbeitrag Ost“ in wenigen Jahren aus, mit dem der Verband der Diözesen Deutschlands die Bistümer in den neuen Bundesländern bislang noch unterstützt. Die Reduktion sei allerdings „planbar“, betonen die Berliner Bistumsvertreter.

Laut Erzbistum gehen rund 20 Prozent der Ausgaben für die Schulen drauf - der dritthöchste Posten nach der Pfarrseelsorge und der Altersvorsorge mitsamt Pensionsrückstellungen. Die Elternbeiträge sind extrem niedrig - im Gegensatz zu manch anderen freien Schulen.