Neuer Podcast mit früherem Rütli-Direktor : „Schule kann mehr“

Ein Hörangebot „für alle jetzigen und ehemaligen Schüler, für Eltern und Lehrer, für Bildungspolitiker“, will der Journalist Leon Stebe bieten.

Das Podcast-Duo: Schul-Profi Helmut Hochschild (links) wird befragt vom Radiojournalisten und Moderator Leon Stebe.
Das Podcast-Duo: Schul-Profi Helmut Hochschild (links) wird befragt vom Radiojournalisten und Moderator Leon Stebe.Foto: Thilo Rückeis

„Was soll Schule künftig leisten? Welche Rolle haben die Lehrkräfte? Brauchen wir wirklich Schulnoten? Und Schulfächer? Was macht Schule, wenn das Leben immer digitaler wird?“ Fragen wie diese stellt der neue Podcast „Schule kann mehr“, der seit September alle zwei Wochen rauskommt.

Die neueste Folge ist an diesem Dienstag abrufbar auf allen Podcast-Plattformen und auf der Podcast-Website, Apple, Spotify sowie bei Google. Weitere Infos zum Podcast unter www.schule-kann-mehr.de.

„In der Bildungspolitik wird heute zu viel ideologisiert. Wir müssen endlich diese Gräben überwinden – im Sinne der kommenden Generationen“, lautet die Ansage von Leon Stebe, der die Idee zum Podcast hatte. Stebe arbeitet beim RBB-Inforadio und ist unter anderem Moderator der Podcast-Reihe „Neuland“ in Zusammenarbeit mit dem Hasso-Plattner-Institut. Der ehemalige Korrespondent gibt auch Workshops zum Umgang mit neuen Medien.

Stebes Podcast-Partner Helmut Hochschild wurde bundesweit bekannt, als er nach einem dramatischen Brandbrief des Kollegiums im April 2006 Interimsleiter der Neuköllner Rütli-Hauptschule wurde. Der Brief war zuvor bei den Adressaten im Bezirk und der Schulverwaltung wochenlang ohne sichtbare Konsequenz liegen geblieben, bis der Tagesspiegel am 30. März über ihn berichtete und die Not vieler Hauptschulen damit publik machte.

Großes Medieninteresse: Im April 2006 wurde Helmut Hochschild an die Rütli-Schule geholt.
Großes Medieninteresse: Im April 2006 wurde Helmut Hochschild an die Rütli-Schule geholt.Foto: Thilo Rückeis

Da es Hochschild schnell gelang, Ruhe im Schulbetrieb herzustellen, wurde er als „Rütli-Retter“ tituliert. Bis zu seiner Pensionierung im Sommer 2019 bildete er als Seminarleiter Lehramtsanwärter aus. Darüber hinaus war er an der Entwicklung innovativer Schulprojekte beteiligt wie fächerübergreifendem Unterricht, Projekten mit der Polizei und Trägern der Jugendförderung sowie einem Kunstprojekt mit einer Wohnungsbaugenossenschaft.

Auf Anregen des damaligen Neuköllner Bürgermeisters Heinz Buschkowsky (SPD) wurde aus der Rütli-Schule ein Leuchtturmprojekt gemacht. Ohne den Brandbrief wäre das allerdings kaum denkbar gewesen.