Projekt "Gesund und sicher" : "Wenn man draußen arbeitet, muss man immer zu zweit sein"

Schülerinnen und Schüler der Wilma-Rudolph-Schule haben im Rahmen des Projekts "Gesund und sicher" Sicherheitsbeauftragte bei Vattenfall befragt.

Techniker arbeiten im Mast einer Hochspannungsleitung (Symbolbild).
Techniker arbeiten im Mast einer Hochspannungsleitung (Symbolbild).Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

„Gesund und sicher“ ist ein medienpädagogisches Projekt, das von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung mit ihren Unfallkassen und Berufsgenossenschaften im Rahmen der Präventionskampagne „kommmitmensch“ initiiert wurde. Schülerinnen und Schüler recherchieren anhand konkreter Beispiele Sicherheits- und Gesundheitsthemen in Betrieben und öffentlichen Einrichtungen. Bei dem Projekt machen zehn Tageszeitungen in ganz Deutschland mit. Im Tagesspiegel erscheinen auf der Lernenseite Artikel von drei Schülergruppen. In dieser Woche schreiben Jugendliche aus der Klasse 9.3 der Wilma-Rudolph-Oberschule in Dahlem. Sie haben sich im Ausbildungszentrum von Vattenfall in Neukölln über Arbeitsschutz informiert und darüber einen Artikel geschrieben. Außerdem führten sie ein Interview mit den Auszubildenden Sean Campbell, Lovis Geib und Sebastian Finder. Alle drei sind Sicherheitsbeauftragte im technischen Bereich.

Wie lange sind Sie schon Auszubildender bei Vattenfall?

Sean Campbell: Ich bin seit September 2016 Auszubildender bei Vattenfall.

Lovis Geib: Bei mir sind es dieselben Daten.

Sebastian Finder: Ich habe meine Ausbildung auch im September 2016 begonnen.

Wann wurde Ihnen die Aufgabe zum Sicherheitsbeauftragten in Ihrem Arbeitsbereich übertragen?

Sean Campbell: Nach Ende der Probezeit kam unserer Ausbildungsmeister auf uns zu und sagte, dass es eine Stelle als Arbeitssicherheitsbeauftragter gebe und dass wir eine Art Hilfsprojekt in den eigenen Abteilungen sein sollen und die Verantwortung für den eigenen Ausbildungsbereich übernehmen sollen.

Gibt es für jede Ausbildungsabteilung einen Sicherheitsbeauftragten?

Sean Campbell: Bei den dualen Studenten gibt es keinen Sicherheitsbeauftragten, aber in den technischen Bereichen hat jeder Bereich mindestens einen.

Haben Sie irgendwelche Sicherheitsbedenken?

Sean Campbell: An sich nicht, da man durch jahrelange Erfahrung schon gesehen und gemerkt hat, wo die Schwierigkeiten in der Sicherheit und wo die Gefährdungen in den einzelnen Bearbeitungsverfahren liegen. Ich glaube, viel mehr Sicherheit kann es in unseren Berufen nicht geben.

Wurden Sie schon mit riskanten Situationen konfrontiert?

Lovis Geib: Wenn man Außendienste hat, hört man von älteren Kollegen, was passieren kann und da sind schon schlimme Sachen dabei, aber ich war noch nie in so einer riskanten Situation.

Sebastian Finder: Es gibt bei uns an den Kraftwerken auch eine Tafel, und da stehen die unfallfreien Tage drauf. Vattenfall ist sehr stolz, wenn dort eine hohe Zahl steht. Es passiert echt selten etwas und wenn, halten sich die Verletzungen auch im Rahmen.

Arbeiten Sie in einem Team oder alleine?

Sebastian Finder: Ich bin mit zwölf Automatisierern in einem Lehrjahr, und wir sitzen alle zusammen in einer Werkstatt. In der Mitte der Werkstatt befindet sich eine Tafel mit PCs. Dort planen wir dann alle zusammen unsere Projekte.

Lovis Geib: Wir arbeiten ebenfalls in einer Werkstatt, und manche arbeiten zusammen und andere alleine. Aber wenn man draußen arbeitet, muss man eigentlich immer zu zweit sein, falls etwas passiert.

Sean Campbell: In den Ausbildungsstätten arbeiten wir generell getrennt, damit wir alle unsere Prüfstücke zur Prüfung abgeben. In der Planung kann man zusammenarbeiten. Dieses ist aber nicht so erwünscht, damit jeder den Weg zum fertigen Produkt selbst erarbeitet. Wenn man im Kraftwerk oder im Fernwärmenetz arbeitet, müssen wir immer zu zweit sein.

Das Interview führte Tizia Marad.