Schule : Saubere Formel oder was hinten rauskommt

Verbrauch und CO2-Wert: So leicht rechnen Sie um

Ingo von Dahlern

Kohlendioxid-Emissionswerte wie 130 g/km oder 80 g/km oder auch 240 g/km prägen die aktuelle Klimadebatte mit Blick auf unsere Autos. Und allgemein bekannt ist, dass ein Auto umso mehr CO2 emittiert, je höher sein Kraftstoffverbrauch ist, beziehungsweise umso mehr verbraucht, je höher die CO2-Emissionen sind. Weniger bekannt ist, dass sich aus den CO2-Werten ganz leicht der Kraftstoffverbrauch eines Autos berechnen lässt – und umgekehrt.

Wir haben uns vom Kraftfahrtbundesamt die Umrechnungsfaktoren geben lassen. Danach gilt, dass aus einem Liter Benzin, wie es an unseren Zapfsäulen angeboten wird, bei vollständiger Verbrennung nach den Gesetzen der Chemie 2370 g CO2 entstehen. Ein Auto mit einem Durchschnittsverbrauch von 5,5 Liter/100 km produziert dann also auf 100 Kilometern Fahrtstrecke 5,5 x 2370 g CO2 = 13035 g CO2. Um den Wert pro Kilometer zu erhalten, muss man die 13035 g nur durch 100 teilen – ein Verbrauch von 5,5 l/100 km entspricht also 130,35 g CO2/km.

Daraus ergibt sich für die Umrechnung von Verbrauchswerten in CO2-Emissionswerte für Benziner die einfache Formel, nach der man den Verbrauch pro 100 km mit 23,7 multipliziert, um so die CO2-Emissionen in g/km zu erhalten. Nehmen wir als Beispiel den besonders sparsamen handgeschalteten Golf 1.6 FSI mit 115 PS, der 6,7 l/10O km verbraucht. Seine CO2-Emissionen betragen dann 6,7 x 23,7 = 159 g CO2/km. Wem ein Daihatsu Cuore 1,0 mit 58 PS und einem Durchschnittsverbrauch von 4,8 l/100 km genügt, der emittiert nur noch 4,8 x 23,7 = 114 g CO2/km.

Bei Dieseln wird mit einem etwas höheren Umrechnungsfaktor gerechnet. Denn Dieselkraftstoff ist schwerer als Benzin; deshalb verbrennt ein Liter Diesel zu 2650 g CO2. Deshalb werden bei Dieseln die Verbrauchswerte in l/100 km mit 26,5 multipliziert, um die CO2-Emissionen zu berechnen. Nehmen wir wieder zwei Beispiele. Der nun als sparsamster Diesel auf den Markt kommende neue Smart Fortwo CDI emittiert bei einem Verbrauch von 3,3 l/km nur noch 3,3 x 26,5 = 87,45 und damit abgerundet 88 g CO2/km. Und für den ebenfalls sehr sparsamen Polo Blue Motion mit 80 PS liegen die CO2-Emissionen mit 3,9 x 26,5 bei knapp 103 g/km.

Natürlich lassen sich aus den Emissionswerten in g/km ebenso leicht die Verbrauchswerte in l/100 km errechnen. Man muss die CO2-Emissionen bei Benzinern durch 23,7 und bei Dieseln durch 26,5 teilen. Zwei Beispiele: Mit dem Benziner Opel Astra 1.4 Twinport mit 90 PS, der 142 g CO2/km emittiert, verbraucht man 142 : 23,5 = 5,9 l/100 km. Und der Turbodiesel Peugeot 206 Hdi FAP mit 109 PS, der 126 g CO2/km emittiert, verbraucht 126 : 26,5 = 4,8 l/100 km.

Dank dieser Umrechnungsformeln kann jeder auch schnell erfahren, worum es geht, wenn in der aktuellen Debatte von 130 g CO2/km als Grenzwert für 2012 gesprochen wird. Denn das entspricht bei einem Benziner einem Verbrauch von 130 : 23,7 = 5,49 l/100 km und beim Diesel von 130 : 26,5 = 4.9 l/100 km. Die ursprünglich geforderten 120 g CO2/km erfordern Benziner mit einem Verbrauch von 120 : 23,7 = 5,06 l/100 km und Diesel mit einem Verbrauch von 120 : 26,5 = 4,53 l/100 km. Und die im Rahmen der aktuellen Debatte für 2020 geforderten Grenzwerte von 80 g CO2/km verlangen ausnahmslos Drei-Liter-Autos, nämlich Benziner mit 80 : 23,7 = 3,38 l/100 km und Diesel mit 80 : 26,5 = 3,02 l/100 km.

Wer die offiziellen Verbrauchs- und CO2-Emissionswerte aller in Deutschland zugelassenen Pkw erfahren möchte, findet die unter: www.dat.de/leitfaden/LeitfadenCO2.pdf und unter www.kba.de/Abt3_neu/KraftfahrzeugStatistiken/Verzeichnisse/Emiss_2006_int.pdf

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