Schule in Berlin : FDP fordert Master für „Digitalpädagogen“

IT-Fachkräfte sollen speziell für den Einsatz an Schulen ausgebildet werden. Ein entsprechender Antrag kommt an diesem Donnerstag ins Abgeordnetenhaus.

Wie läuft Schule unter Corona-Bedingungen - auch darüber wollen die Schulleiter miteinander reden.
Wie läuft Schule unter Corona-Bedingungen - auch darüber wollen die Schulleiter miteinander reden.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Die FDP-Fraktion will IT-Administratoren für die Berliner Schulen, die einen „pädagogischen Blick auf die Digitalisierung von Schule und Unterricht“ beisteuern können. Dafür soll an mindestens zwei Berliner Hochschulen ein neuartiger Master angeboten werden, der „Digitalpädagogen“ ausbildet, heißt es in einem neuen Antrag, der dem Tagesspiegel vorliegt und an diesem Donnerstag ins Abgeordnetenhaus eingebracht werden soll.

„Eine rein technische Ausbildung wird dem Arbeitsort Schule nicht gerecht“, ist die FDP überzeugt. Daher müsse „der pädagogische Blick, auch im Hinblick auf die Fort- und Weiterbildung der Kolleginnen und Kollegen an der Schule, einen größeren Stellenwert erhalten“.

Ein Masterstudiengang, der IT-Kenntnisse mit pädagogischen und lerntheoretischen vereint, könne „eine Profession schaffen, die geeignet ist, Lehrkräfte und Lernprozesse aktiv zu unterstützen“.

Neben der IT-Administratorentätigkeit und der Verantwortung für die Funktionsfähigkeit der IT-Geräte „soll der Digitalpädagoge auch die Rolle des Coaches für die Lehrkräfte in Bezug auf Integration von digitalen Medien in den Unterricht übernehmen“, nennt FDP-Bildungsexperte Paul Fresdorf eines der Hauptziele.

Auch ein Coach für Lehrkräfte könnte der Digitalpädagoge sein

Dafür seien Kenntnisse der curricularen Bestimmungen genauso relevant wie die der lerntheoretischen Entwicklungen. Digitalpädagogen sollen in die Lage versetzt werden, den Lehrkräften Angebote zur Unterrichtsgestaltung zu machen und so „im multiprofessionellen Team Unterrichtseinheiten zu entwickeln“.

Um genügend Digitalpädagogen auszubilden, soll je nach Schüleranzahl und Schulform ein Personalschlüssel entwickelt werden, der festlegt, wie viele der Fachkräfte für eine bestimmte Schülerzahl benötigt werden.

[In unseren Leute-Newslettern aus den zwölf Berliner Bezirken befassen wir uns regelmäßig unter anderem mit Schulthemen. Die Newsletter können Sie hier kostenlos bestellen: leute.tagesspiegel.de]

In ihrer Begründung schreibt die FDP-Fraktion, dass die Digitalisierung der Gesellschaft voranschreite und die Schülerinnen und Schüler in diesem fortschreitenden Transformationsprozess Schritt halten müssten. Dafür benötigten die Schulen nicht nur einen schnellen Netzausbau sowie flächendeckend fort- und weitergebildete Lehrkräfte, sondern auch spezialisierte Systemadministration für ihre Bedarfe: Offenbar reicht es der FDP nicht, was die rot-rot-grüne Koalition in Bezug auf die Systemadministration im laufenden Doppelhaushalt veranlasst hat.

Auch im Zusammenhang mit der Umsetzung des Digitalpakts würden die spezialisierten IT-Fachkräfte dringend von Nöten.

Die FDP bezieht sich direkt auf Estland: Dort gibt es demnach schon seit Jahren den Studiengang „Educational Technology“, in dem speziell für den Bereich Schule IT-Fachkräfte ausgebildet würden.