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Schulpolitik : Auf die Straße für bessere Bildung

Die Stimmung in der Lehrerschaft ist zurzeit allerdings nicht besser als damals: Das Auslaufen der Altersermäßigung und die Vielzahl an Reformen haben ein ähnliches Maß an Wut oder Überlastungsgefühl erzeugt wie damals.Bei den Schülern ist die Stimmung eher noch negativer als damals: Zum Ärger über Unterrichtsausfall und schlecht sanierte Gebäude kommt das Problem des Doppeljahrgangs und die zusätzliche Belastung durch die Verkürzung der Zeit bis zum Abitur. All das treibt auch die Eltern um – und noch viel mehr: Sie wollen auch gegen das Jahrgangsübergreifende Lernen protestieren, gegen überlastete kleine Kinder in zu großen Klassen, gegen die fehlende personelle Unterfütterung der Behindertenintegration, Erziehermangel und vieles mehr.

„Es kann schon sein, dass 20 000 zur Demonstration kommen“, sagt die langjährige Elternvertreterin und jetzige Qualitätsbeauftragte des Bildungssenators, Ruby Mattig-Krone. Mit noch mehr Teilnehmern rechnet sie nicht: „Im Jahr 2000 war eine andere Stimmung, und die Demonstration wurde monatelang organisiert.“ Aktuell beobachtet sie eher, dass es zwar „viele Einzelprobleme an bestimmten Schulen“ gebe. Doch sei vielen Eltern klar, dass es in der Stadt „nicht am guten Willen, sondern am Geld fehlt“.

Eben dies wollen die Organisatoren des Protestes nicht länger hinnehmen: „Das knappe Personal vom Hort bis hin zum Hausmeister, vom Fachunterricht bis hin zu den Sekretariaten ist der Wutpunkt Nummer 1“, glaubt Landeselternsprecher Günter Peiritsch. Ein weiteres Thema sei die „schleichende Verdrängung des Musikunterrichts und die furchtbar desolate Lage der Lehrer an den Musikschulen“, ergänzt Hubert Kolland vom Landesmusikrat. Er wird bei der Kundgebung um 12.30 Uhr am Gendarmenmarkt ebenso reden wie Burkhard Entrup vom Landeselternausschuss Kindertagesstätten und die GEW-Vorsitzende Sigrid Baumgardt.

Landesschülersprecher Jonas Botta versucht unterdessen über Facebook und Flyer, an allen Schulen noch mehr Schüler zu mobilisieren. Allerdings fürchtet er die Konkurrenz der Datenschützer- Demo „Freiheit statt Angst“, die für politisch interessierte Schüler ebenfalls interessant sein könnte. Allerdings beginnt sie erst um 13 Uhr am Alex und damit zwei Stunden später als die Schul-Demo, die dort schon um 11 Uhr startet.

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