Schwimmen in der Hauptstadt : Neue Tarife der Berliner Bäder ärgern Stammkunden

Mit den neuen Eintrittspreisen sollte das Badevergnügen günstiger und unkomplizierter werden. Doch nun häufen sich die Beschwerden der Vielschwimmer.

Caspar Schwietering
Das Stadtbad Mitte in der Gartenstraße: Von so leeren Bahnen träumen Sportschwimmer.
Das Stadtbad Mitte in der Gartenstraße: Von so leeren Bahnen träumen Sportschwimmer.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Tarifänderungen sind stets heikel. Diese Erfahrung machen derzeit die Berliner Bäderbetriebe. Mit den seit dem 1. Februar gültigen Eintrittspreisen sollte das Badevergnügen vor allem für Stammkunden günstiger und unkomplizierter werden. Doch nun häufen sich die Beschwerden.

Clemens Goldberg hat sich auf die neuen Tarife gefreut. Zweimal in der Woche schwimmt der 59-Jährige in der Finckensteinallee in Lichterfelde und nutzt dafür eine 10er-Karte im Basistarif für 35 Euro. Bisher durfte er damit zwischen 10 und 15 Uhr ins Becken. Jetzt kann er mit derselben Karte auch zum Guten-Morgen-Tarif (vor zehn Uhr) und zum Abendtarif (nach 20 Uhr) baden. Eigentlich.

„Wann immer ich seit dem 1. Februar vor zehn Uhr ins Bad wollte, hat meine Karte nicht funktioniert“, erzählt Goldberg. „Als ich meine Mehrfachkarte umtauschen wollte, sagte man mir: Ich solle einfach abwarten, in vier Monaten würden auch die alten Karten zu allen Zeiten funktionieren.“ Für Goldberg eine äußerst unbefriedigende Antwort. Denn in vier Monaten läuft längst die Freibad-Saison, und da gelten wieder andere Tarife.

Informatiker arbeiten daran

Bei den Bäderbetrieben kennt man das Problem. „Es stimmt, die alten Sammelkarten haben eine Zeitsperre. Unsere Informatiker sind gerade dabei, das System auszutricksen, um die Karten an die neuen Tarife anzupassen“, sagt der Sprecher der Bäderbetriebe Matthias Oloew. In einigen Tagen sei das Problem voraussichtlich behoben.

Andere Kunden beschweren sich, weil einige Aqua-Fitness-Kurse nun 9,50 statt 7 Euro pro Stunde kosten. Hier seien den Bäderbetrieben allerdings die Hände gebunden, sagt Oloew. „Der Senat will, dass wir diese Kurse kostendeckend anbieten, das haben wir bisher nicht geschafft.“ Manche Vielbader vermissen sogar die alte Jahreskarte. Diese war zwar 44 Euro teurer als die neue Bäder-Card, enthielt dafür aber zehn kostenlose Sauna- oder Kursstunden.

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