Selbstmord im Gefängnis : Vierter Suizid in der JVA Tegel in diesem Jahr

Erneut hat sich ein Häftling in der JVA Tegel das Leben genommen. Der Mann saß erst seit Ende Oktober hier und sollte 16 Monate absitzen.

Haus 6 in Tegel ist aus den 80er Jahren. Links das 2014 fertiggestellte Haus 7 für die Sicherungsverwahrten.
Haus 6 in Tegel ist aus den 80er Jahren. Links das 2014 fertiggestellte Haus 7 für die Sicherungsverwahrten.Foto: Jörn Hasselmann

Erneut hat sich in Tegel ein Häftling das Leben genommen. Am Donnerstagnachmittag wurde ein 33-Jähriger in seiner Zelle gefunden, er hatte sich am Fensterkreuz mit der Bettwäsche stranguliert. Die Justiz bestätigte Informationen von Mitgefangenen. Von sich aus meldet die Justiz Suizide nicht.

Der Mann saß erst seit 26. Oktober in Tegel, und zwar auf Station 1 der Teilanstalt 6, diese stammt aus den 80er Jahren. Er sollte eine Strafe von 16 Monaten absitzen wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. 2017 hat es zuvor bereits drei Suizide in Tegel gegeben, diese drei Männer waren im berüchtigten Uraltbau Haus 2 untergebracht. Berlinweit hat es in diesem Jahr bereits sieben Suizide gegeben, damit ist die – hohe – Zahl des Vorjahres erreicht.

„Als Reaktion auf die Suizide im Frühjahr haben wir unter Beteiligung der Anstalten die Überarbeitung der Richtlinien zur Suizidprävention begonnen“, teilte Justizsprecher Sebastian Brux mit.

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