Senat gründet Bürgerbeirat : Berliner sollen Tourismuskonzept mitgestalten

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) weitet Projekte zur "touristischen Willkommenskultur" aus. Dafür werden die Bezirke unterstützt.

Bruderkuss. Das Bild an der East Side Gallery ist immer noch ein sehr beliebtes Motiv für Berlin-Besucher.
Bruderkuss. Das Bild an der East Side Gallery ist immer noch ein sehr beliebtes Motiv für Berlin-Besucher.Foto: dpa-tmn

Berlin ist weltoffen. 250.000 Menschen leben vom Tourismus in der Stadt. Doch weil der Andrang von Besuchern aus aller Welt nicht jedem gefällt, ergänzt die Senatsverwaltung für Wirtschaft ihre Konzepte zur Teilhabe der Berliner mit weiteren Projekten.

Nach Tagesspiegel-Informationen wird es künftig einen Bürgerbeirat geben. „Damit in Berlin nicht irgendwann wie in Barcelona ’Touri-Go-Home’-Transparente hängen, wollen wir transparent sein und die Bürgerinnen und Bürger teilhaben lassen“, sagt eine Sprecherin von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne).

Der Bürgerbeirat gehört zum Projekt „Förderung der touristischen Willkommenskultur“. Das Ziel: „Akzeptanzerhaltung im Tourismus unter den Berlinern“ und wird mit 200.000 Euro finanziert.

Dies geht aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage von Katalin Gennburg (Linke) hervor. Die Abgeordnete wollte unter anderem wissen, welche Einzelprojekte der Senat bei der Berlin Tourismus und Kongress GmbH finanziert.

Vornehmlich geht es künftig darum, den Tourismus in der Stadt zu entzerren und die Besucher von den Hotspots auch in die Bezirke zu locken, die ebenso viel Attraktives zu bieten haben.

Es gehe darum, den stadtverträglichen Tourismus zu stärken

So wurde das Projekt „bezirkliche Tourismussteuerung/Bezirksbeauftragter“ gegründet. Dafür sind im Frühjahr dieses Jahres mehrere Stellen bei der Berlin Tourismus & Kongress GmbH für ein Bezirksteam geschaffen und finanziert worden, die nun individuell die Bezirke betreuen. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop sagte, mit Hilfe des Tourismuskonzepts werde der Tourismus „neu gedacht und das Wachstum nachhaltig gestaltet“.

Stadtverträglicher Tourismus kenne keine klare Trennung zwischen Bewohnern auf der einen und Besuchern auf der anderen Seite.

„Wir Berlinerinnen und Berliner nutzen selbst gern touristische Angebote. Wir unterstützen daher die Bezirke, um einerseits die Erlebnisqualität der Gäste und zugleich die Lebensqualität der Berlinerinnen und Berliner zu erhöhen“, sagte Grünen-Politikerin Pop dem Tagesspiegel am Dienstag.

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