Serie "Mieterfragen" : Den Wohnungseigentümer über das Grundbuch herausfinden

Mieter berichten von ihren Erfahrungen mit Vermietern, Experten geben Tipps. Diesmal: Eine Mieterhöhung wird verkündet, ohne dass der Eigentümer bekannt ist.

Ein Anschreiben "Zustimmung zur Erhöhung der Miete".
Ein Anschreiben "Zustimmung zur Erhöhung der Miete".Foto: Arno Burgi/dpa

DIE GESCHICHTE

„Die Miete wurde auf den Oberwert des Mietspiegels erhöht, ohne die wohnwerterhöhenden Merkmale zu erfüllen oder im Einzelnen darzulegen. Auf Nachfragen hat die Verwaltung nicht geantwortet. Der Vertrag zur Mieterhöhung wurde zudem nicht vom Eigentümer unterschrieben. Der Eigentümer ist nie in Erscheinung getreten, sodass unklar ist, wer das Haus besitzt.“

ANTWORT DES MIETERVEREINS

Eine Unterschrift unter der Mieterhöhung ist nicht erforderlich. Es reicht aus, wenn Aussteller und Adressat erkennbar sind und die Mieterhöhung begründet wird. Der Vermieter genügt seiner Begründungspflicht, wenn er sich auf den Oberwert des maßgeblichen Mietspiegelfeldes bezieht. Wohnwertmerkmale sind aber für die Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete relevant. Ergibt sich danach eine vom Oberwert abweichende ortsübliche Vergleichsmiete, sollte der Mieter der Mieterhöhung nicht oder nur teilweise bis zu der vom Mieter ermittelten Miete zustimmen, je nachdem, ob seine bereits gezahlte Miete die tatsächliche ortsübliche Vergleichsmiete bereits überschreitet oder nicht. Durch eine Einsicht in das Grundbuch kann der Eigentümer ausfindig gemacht werden.

Die Langzeitrecherche „Wem gehört Berlin“ ist eine Kooperation des Tagesspiegels mit dem gemeinnützigen Recherchezentrum Correctiv. Auf unserer Plattform wem-gehoert-berlin.de können Sie uns mitteilen, wer Eigentümer Ihrer Wohnung ist, und welche Erfahrungen Sie mit Ihrem Vermieter gesammelt haben. Mithilfe der Daten suchen wir nach unverantwortlichen Geschäftspraktiken und machen den Immobilienmarkt transparenter. Eingesandte Geschichten werden nur mit Ihrer Einwilligung veröffentlicht.

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