• Sexueller Missbrauch einer Berliner Schülerin: Sozialarbeiter zu Bewährungsstrafe verurteilt

Sexueller Missbrauch einer Berliner Schülerin : Sozialarbeiter zu Bewährungsstrafe verurteilt

Bereits 2013 hat der damalige Sozialarbeiter Stefan R. eine Schutzbefohlene sexuell missbraucht. Nun sprach das Amtsgericht Tiergarten sein Urteil.

Der Schatten von einem Mann und einem schaukelnden Kind fallen auf Sand auf einem Spielplatz. (Symbolbild)
Der Schatten von einem Mann und einem schaukelnden Kind fallen auf Sand auf einem Spielplatz. (Symbolbild)Foto: dpa

Lange musste die heute 20-jährige Frau auf den Prozess gegen den Mann warten, der vor sechs Jahren ihr Schulsozialarbeiter war. „Für mich kommt es darauf an, dass man mir glaubt, dass er so etwas nie wieder machen kann“, gab sie ihrer Rechtsanwältin mit auf den Weg. Sie war 14, als es zu den Übergriffen kam. Nun ging es um 13 Fälle des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen. Der Angeklagte Stefan R. gestand die Taten. „Ich habe auf ganzer Linie versagt“, erklärte der 39-Jährige am Donnerstag vor dem Amtsgericht Tiergarten.

Seine Kollegen beschrieben ihn einst als „tollen Sozialarbeiter“. Einer, der schwierige Fälle gut meistere. Auch Jana (Name geändert) hatte es nicht einfach. Sie verletzte sich immer wieder selbst. In der 3. Klasse fing das bereits an. Still und zurückgezogen war sie. Stefan R. als Mitarbeiter eines sozialen Trägers sollte sich um das Mädchen kümmern. Da war sie in der 7. Klasse. „Zuerst habe ich sie ganz normal betreut, doch dann kam es zu sexuellen Handlungen“, gestand der Angeklagte. Damals habe er geglaubt, alles geschehe im gegenseitigen Einvernehmen.

In seiner Wohnung in Pankow. In der Schule in Lichtenberg. Er filmte solche verbotenen Szenen. Bizarre Dinge hätten sich damals in seinem Kopf abgespielt, so der Angeklagte. „Es war ein Spiel mit Lust und Macht.“ Eine pädophile Neigung liege bei ihm aber nicht vor. Die Anwältin von Jana F. hielt ihm vor: „Sie haben gewusst, was für eine zarte Seele sie ist. Sie haben es richtig ausgenutzt.“

Jana lebte im betreuten Wohnen, als sie im Oktober 2016 Anzeige gegen R. erstattete. Ein Jahr später kam es zu einer Durchsuchung bei dem Erzieher. Weitere eineinhalb Jahre vergingen, bis Anklage erhoben wurde. Die psychische Belastung für Jana sei enorm, hieß es im Prozess. Weil R. gestand, blieb ihr nun eine Aussage erspart.

Sexueller Missbrauch von Kindern, Entwicklung seit 2000.
Sexueller Missbrauch von Kindern, Entwicklung seit 2000.Foto: AFP

Stefan R., der bereits zur Tatzeit zwischen Februar und Dezember 2013 verheiratet und Vater eines Sohnes war, lebt seit 2015 in Norddeutschland. Als sein Arbeitgeber im Jahre 2017 von den Vorwürfen erfuhr, erfolgte die fristlose Kündigung. Aus seinem Beruf ist er raus. Sein Geständnis wirkte sich im Strafmaß aus. Das Gericht folgte der Staatsanwältin: ein Jahr und zehn Monate Haft auf Bewährung.

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