• Sieben Tage, viele Bilder: Die schönsten Impressionen der Festwoche zu 30 Jahren Mauerfall

Sieben Tage, viele Bilder : Die schönsten Impressionen der Festwoche zu 30 Jahren Mauerfall

Mehr als 200 Veranstaltungen erinnern in diese Woche an die friedliche Revolution vor 30 Jahren.

Zwei Fahrgäste auf der Fahrt der rollenden Redaktion von Spandau nach Ruhleben.
Zwei Fahrgäste auf der Fahrt der rollenden Redaktion von Spandau nach Ruhleben.Foto: Stefan Weger

Sieben Tage lang feiert Berlin den 30. Jahrestag des Mauerfalls. Mit spektakulärer Lichtkunst, Konzerten, multimedialen Ausstellungen und Diskussionen. Kostenlos wird an vielen originalen Schauplätzen an die friedliche Revolution erinnert und über deren Folgen diskutiert.

Das ganze Programm ist auf der Website mauerfall30.berlin zu finden. Es mag auf den ersten Blick etwas unübersichtlich wirken, über die Filter Orte und Veranstaltungsformate lässt sich aber schnell für jeden etwas finden. Wir haben uns die geplanten Veranstaltungen näher angesehen, stellen hier die wichtigsten Orte und Punkte zum Mauerfall-Jubiläum vor – und geben weiter unten auch Hinweise zum Verkehr.

Besonders eindrucksvoll dürften die "sprechenden Fassaden" wirken. An sechs Schauplätzen der friedlichen Revolution werden von Montag bis Sonntag mit großflächigen Videos ausgeleuchtet. Darauf werden ortsspezifische Geschichten mit historischen Filmaufnahmen kombiniert.

Höhepunkt der Feierlichkeiten wird ein großes Mauerfallkonzert am Abend des 9. November vor dem Brandenburger Tor.

Sehen Sie hier die schönsten Bilder der Festivalwoche, laufend aktualisiert!

Der Sonderzug nach Pankow

Gespräche mit Zeitzeugen, Tränen und ein Stück Berliner Mauer – zum 30. Jahrestag des Mauerfalls wurde aus einer U-Bahn auf der Linie U2 eine rollenden Redaktion.

Einsteigen bitte! Fahrgäste am Sonderzug der rollenden Redaktion.

Einsteigen bitte! Fahrgäste am Sonderzug der rollenden Redaktion.
Foto: Stefan Weger

Tagesspiegel-Autor Robert Ide im Gespräch in der rollenden Redaktion mit BVG Busfahrer, der die Wendenacht am 09. November 1989 mitgemacht hat.

Robert Ide im Gespräch in der rollenden Redaktion mit BVG Busfahrer, der die Wendenacht am 09. November 1989 mitgemacht hat.
Foto: Stefan Weger

Auch Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt fuhr mit, in der rollenden Redaktion von Tagesspiegel und Berliner Zeitung

Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt in der rollenden Redaktion von Tagesspiegel und Berliner Zeitung
Foto: Stefan Weger

Zwischenhalt: Der Sonderzug platzte fast vor Fülle.

Zwischenhalt: Der Sonderzug platzte fast vor Fülle.
Foto: Nina Breher

Petra Nelken, heute Sprecherin der BVG, war erste ostdeutsche Sprecherin im Berliner Senat und berichtet von den technischen Herausforderungen der Wiedervereinigung des Ost- und West-Berliner ÖPNV.

Petra Nelken, heute Sprecherin der BVG, war erste ostdeutsche Sprecherin im Berliner Senat und berichtet von den technischen Herausforderungen der Wiedervereinigung des Ost- und West-Berliner ÖPNV.
Foto: Stefan Weger

Jens Starke fuhr in der rollenden Redaktion mit – und brachte einen Sekt mit in die U-Bahn.

Jens Starke und der Sekt
Foto: Stefan Weger

Gäste in der Rollenden Redaktion berichten von ihren persönlichen Wende-Erfahrungen: Robert Ide befragt die Gäste der Rollenden Redaktion zwischen Pankow und Ruhleben dazu, wie sie persönlich die Wendezeit erlebt haben.

Gäste in der Rollenden Redaktion berichten von ihren persönlichen Wende-Erfahrungen.
Foto: Stefan Weger
Robert Ide befragt Gäste der Rollenden Redaktion zwischen Pankow und Ruhleben dazu, wie sie persönlich die Wendezeit erlebt haben.
Foto: Stefan Weger

Gäste der Rollenden Redaktion im Gespräch mit Tagesspiegel-Redakteur Robert Ide.

Gäste der Rollenden Redaktion im Gespräch mit Tagesspiegel-Redakteur Robert Ide.
Foto: Stefan Weger

Sybille Thomczyk erzählt unter Tränen: "Ich zelebriere hier heute meinen ganz persönlichen Mauerfall."

Sybille Thomczyk erzählt unter Tränen: "Ich zelebriere hier heute meinen ganz persönlichen Mauerfall."
Foto: Nina Breher

Alexanderplatz

Auf dem Alexanderplatz kam es am 4. November 1989 zur größten Demonstration der DDR-Geschichte. Daran erinnern Motive von Videoinstallationen, aber auch Konzerte und Theaterstücke. Mit Fehlfarben und Zerfall spielten am Abend des 6. Novembers zwei West- und Ost-Punkbands der Achtziger Jahre auf dem Alex.

Zerfall entstand 1983 als Punk-Trio im Umfeld der Friedrichshainer Galiläa-Kirche.

Open-Air-Ausstellung mit Bild- und Videoprojektionen am Humboldtforum
Open-Air-Ausstellung mit Bild- und Videoprojektionen am HumboldtforumFoto: K.M. Krause/Imago

Die West-Band Fehlfarben wurde schon mit ihrem Debutalbum "Monarchie und Alltag" von 1980 zu einer Institution.

Foto: Carsten Thesing/Imago

Szene des Stücks "4-11-89", das 30 Jahre später am Alexanderplatz aufgeführt wurde.

Foto: Carsten Thesing/Imago

Videosequenzen der Massendemo vom 4. November 89 werden an Fassaden des Platzes geworfen.

Theaterstück auf dem Alexanderplatz
Foto: Martin Müller/Imago
Alexanderplatz, Videoinstallation
Foto: Peter Meißner

Täglich ab 16 Uhr zeigt Henrike Naumann die Aktivitäten der "Prepperszene" im Haus der Statistik. "Tag X" heißt der showroom, in dem rechte Umsturzfantasien thematisiert werden. Im Zentrum steht eine dystopische Videoinstallation.

Videoprojektion am Alexanderplatz
Foto: Fabrizio Bensch/Reuters

Gleichzeitig laden nebenan Lola Arias und Aljoscha Begrich zu einer Videoinstallation ein. Dort erinnern sich Zeitzeugen an die Ereignisse zwischen dem 6. Oktober und 10. November 1989. Zugleich wurden sie dazu aufgefordert, kollektive Momente nachzuspielen - hier eine Sendung der Tagesschau.

Foto: Henning Onken

Gethsemanekirche

"Mauern sollen einstürzen!" Unter diesem Titel trat Patti Smith mit Tony Shanahanth am Dienstagabend in der Gethsemanekirche aus. Dort hatten sich lange Schlangen gebildet, um das Konzert der Punk-Legende zu erleben.

Foto: Henning Onken
Patti Smith in der Gethsemanekirche
Patti Smith in der GethsemanekircheFoto: Thilo Rückeis
Patti Smith in der Gethsemanekirche
Foto: Thilo Rückeis

Im Oktober 1989 wurde die Gethsemanekirche in Prenzlauer Berg zu einem Brennpunkt der Revolution. Während die Staatsführung den 40. Geburtstag der DDR feierte, trafen sich hier die Gegendemonstranten. In der Festivalwoche erinnern daran auch Projektionen, hier mit dem Konterfei der Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley. An jedem der sieben Festivaltage ist an der Gethsemanekirche eine Open-Air-Ausstellung zu sehen.

Foto: Rolf Zöllner/Imago

Treptower Park

Der französiche Street-Art-Künstler Saype hat sein Projekt "Beyond Walls" doch noch nach Berlin bringen können. Nach einigen bürokratischen Hindernissen konnte er den riesigen Händedruck nun auf Rasenflächen im Treptower Park sprühen. Allerdings ist das Werk eher aus der Vogelperspektive zu sehen, wie diese Aufnahmen zeigen. Saype geht es darum, Menschen miteinander zu verbinden - auch über Grenzen hinweg. Passt gut zum Mauerfall-Jubiläum.

Foto: Rolf Zöllner/Imago
Treptower Park
Foto: Valentin Flaurad/AFP
Foto: Valentin Flauraud/AFP

Brandenburger Tor

Die Kunstinstallation "Visions in Motion" wurde am Montag fertig und hängt nun über der Straße des 17. Juni. Das Werk des US-Künstlers Patrick Shearn besteht aus Bändern und Transparenten, auf die vorab 30.000 Menschen ihre Wünsche und Hoffnungen notiert haben. In der Nacht wird die Installation farbig angestrahlt.

Saype
Foto: John Macdougall/AFP
Foto: Fabrizio Bensch/REUTERS
Video
„Das Gefühl, Mauern zwischen Menschen und zwischen Ländern zu haben, möchte ich nicht mehr erleben.“
„Das Gefühl, Mauern zwischen Menschen und zwischen Ländern zu haben, möchte ich nicht mehr erleben.“

Open-Air-Ausstellung vor dem Brandenburger Tor

Video
Kunstinstallation Visions in Motion
Kunstinstallation Visions in Motion

Einen Wunsch, den sicher alle teilen können, hält Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) in die Kamera. Wer mehr der gesammelten Botschaften lesen, kann sich die Liste hier anschauen.

Foto: Emmanuele Contini/Imago

Oberbaumbrücke

Eine weitere grandiose Lichtschau mit historischem Hintergrund leuchtet seit Montagabend auf der Spree. An der Oberbaumbrücke zwischen Friedrichshain und Kreuzberg symbolisieren neonblau leuchtende Stabbojen auf dem Wasser den alten Grenzverlauf. 150 Meter lang ist die Linie, die der Künstler Rainer Walter Gottemeier durch das Wasser gezogen hat.

Foto: Kay Nietfeld/dpa
Foto: Annette Riedl/dpa

Schlossplatz

Der Palast der Republik ist wieder da! Am Ort des prominenten DDR-Baus am Schlossplatz steht heute das fast fertige Humboldtforum. Doch starke Scheinwerfer lassen das im Jahr 2006 unter Protest abgerissene Gebäude wieder erstehen - als 3D-Projektion zur Abendzeit an der neuen Schlossfassade.

Foto: Emmanuele Contini/Imago

East Side Gallery

Am längsten noch erhaltenen Stück der Berliner Mauer, zwischen Ostbahnhof und Oberbaumbrücke, werden historische Fotos an die bekannte Open-Air-Galerie projiziert. Hier die traurige Szene, als der erschossene Mauerflüchtling Peter Fechter am 17. August 1962 von einem Grenzsoldaten weggetragen wurde.

Lichtprojektion des Palasts der Republik am Humboldtforum
Foto: Fabrizio Bensch/Reuters

Breitscheidplatz

An der Fassade des Europa-Centers in Charlottenburg erinnern abends Fotos an die Teilung der Stadt.

Foto: Fabrizio Bensch/Reuters

Stasi-Zentrale

Das große Gelände der ehemaligen Staatssicherheit an der Ruschestraße in Lichtenberg ist mit seinem Museum immer einen Besuch wert. Anlässlich der Jubiliäumswoche ist zusätzlich eine Open-Air-Installation auf der Terrasse vor dem Haus 22 zu sehen.

Foto: Fabrizio Bensch/Reuters

1. November: Zum Aufwärmen eröffnete der Philosoph Peter Sloterdijk einen Diskussionsabend zum Thema Mauerfall. Vor der Kulisse des Mauer-Panoramas am Checkpoint Charlie. Yadegar Asisi gestaltete den 18 Meter hohen Rundbau als Blick von Kreuzberg nach Mitte über die Mauer an einem fiktiven Herbsttag in den Achtziger Jahren.

Foto: John Macdougall/AFP

Die drei Gesprächsrunden des Abends zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nach dem Fall der Mauer gestalteten Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt mit den Redakteurinnen Ann-Kathrin Hipp und Anke Myrrhe. Als Gäste waren unter anderem Kulturmanager und Tresor-Gründer Dimitri Hegemann eingeladen, hier im Gespräch mit Ann-Kathrin Hipp und der Autorin Valerie Schönian.

Peter Slotderdijk am Rednerpult vor dem Mauer-Panorama
Foto: Stefan Weger

3. November: Auf einem alten Robur, das ist ein DDR-Lastwagen, lasen Schauspielerinnen und Schauspieler vom Theater an der Parkaue Reden von der Großdemonstration am 4. November vor.

Dimitri Hegemann Ann-Kathrin Hipp und Valerie Schönian
Foto: Stefan Weger

Auf der Veranstaltung vom Tagesspiegel Checkpoint in Kooperation mit dem Sebastian-Haffner-Kulturzentrum in Prenzlauer Berg wurde auch gesungen. Dirk Michaelis (rechts) trug seinen Klassiker "Als ich fortging" vor, neben ihm Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt und Robert Ide, geschäftsführender Redakteur des Tagesspiegels.

Im Steffan-Weger-Kulturzentrum
Foto: Stefan Weger

Freies Wort an jedem Ort: Schauspielerin Annalena Thielemann.

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