So wirkt Ecstasy : Gefährlicher Mischkonsum

Erst seit den 90er Jahren taucht Ecstasy auch zunehmend in Berlin auf. Doch wo kommt es her, wie wirkt es und was sind die Gefahren? Ein Überblick.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde MDMA von der deutschen Pharmafirma Merck patentiert.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde MDMA von der deutschen Pharmafirma Merck patentiert.Foto: Boris Roessler/dpa

Ecstasy wird meist als Pille, seltener als Pulver verkauft. Üblicherweise werden der Wirkstoff MDMA, formal Methylen-Dioxy-Methyl-Amphetamin, oder ähnliche Verbindungen als Ecstasy bezeichnet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde MDMA von der deutschen Pharmafirma Merck patentiert, heute wird es meist in illegalen Laboren in Europa und Asien hergestellt.

Die Produktion
Dass die Dosen in den einzelnen Pillen in Berlin seit den 90er Jahren zunehmen, hat auch damit zu tun, dass Produzenten immer professioneller werden. Höhere Wirkstoffmengen kosten nicht unbedingt mehr Ressourcen, sondern ergeben sich aus genaueren Abläufen im Labor. Im Ecstasy-Handel sind Verdächtige aus diversen Milieus tätig. Ex-Hooligans, Männer und Frauen aus Vietnam, osteuropäische Händler, seltener Familien, die einst aus dem arabischen Raum kamen.

Die Wirkung

Als Psychopharmakon wirkt Ecstasy bei Konsumenten unterschiedlich, oft anregend und empathiefördernd. Wenn zwei Jugendliche identische Pillen nehmen, kann dies bei einer Person zu Schäden führen und bei der anderen nicht.

Die Gefahr
Die Verträglichkeit ist verschieden und hängt von den Umständen des Konsums und von der Wirkstoffmenge ab. Als gefährlich gilt der Mischkonsum mit anderen Mitteln und Alkohol, zu Todesfällen kam es auch, weil sich Konsumenten verausgabten und dehydrierten. Im Juni 2017 soll eine US-Touristin im Berghain zwei Ecstasy-Pillen geschluckt haben. Die waren wohl so hoch dosiert, dass die Frau einige Stunden später starb. Eine große Gefahr besteht außerdem darin, dass die Konsumenten meist nicht wissen, welcher Wirkstoff in den Pillen steckt und wie hoch dieser dosiert ist. Oft steckt in Ecstasy-Pillen der wirkungsähnliche, jedoch viel toxischere Stoff PMA, der schnell zu Übelkeit, im schlimmsten Fall zum Tod führen kann.

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