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Soll die Familienministerin Berlin regieren? : Junge Wähler sehen Franziska Giffey eher skeptisch

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey zeigt: Der Giffey-Effekt für die Berliner SPD ist möglicherweise nicht so groß wie gedacht.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, neue Hoffnungsträgerin der Berliner SPD.
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, neue Hoffnungsträgerin der Berliner SPD.Foto: dpa / Gregor Fischer

Die Chancen der Berliner SPD, mit Franziska Giffey als Spitzenkandidatin die Abgeordnetenhauswahl 2021 zu gewinnen, werden von den Berlinern unterschiedlich beurteilt. Nur 39,6 Prozent der Bürger sehen gute Chancen, aber 43,5 Prozent schlechte Chancen, dass die Bundesfamilienministerin und ehemalige Neuköllner Bürgermeisterin die Sozialdemokraten zum Sieg führt. 16,9 Prozent der Befragten sind unentschieden.

Das ergab eine repräsentative Umfrage des Instituts Civey für den Tagesspiegel. Die Umfrage startete vor einer Woche, als Giffey gemeinsam mit dem SPD-Fraktionschef Raed Saleh die Kandidatur für den SPD-Landesvorsitz im Mai ankündigte. Berlins Regierungs- und Landeschef Müller gibt dann die Führung der Berliner SPD auf und macht damit den Weg frei für eine Spitzenkandidatur Giffeys zur Wahl im Herbst nächsten Jahres.

Rund 84 Prozent der SPD-Anhänger rechnen mit einem Sieg

Für die Anhänger der SPD ist die Sache allerdings klar. 83,6 Prozent glauben, dass Giffey die Sozialdemokraten zum Sieg führen wird. Auch eine relative Mehrheit der Grünen (54,3 Prozent), der Linken (45,5 Prozent) und der CDU (45,8 Prozent) sehen für die SPD mit Giffey gute Chancen., die Wahl zu gewinnen. Anders sieht das bei den Wählern der FDP und der AfD aus, sie beurteilen die Chancen überwiegend schlecht. Der Anteil der Skeptiker liegt bei den FDP-Sympathisanten bei 45,9 Prozent, bei der AfD sogar bei 75,8 Prozent.

Junge Wählerinnen und Wähler trauen der designierten SPD-Spitzenkandidatin offenbar wenig zu. Bei den unter 30-Jährigen glauben nur 22 Prozent an einen Sieg Giffeys, während 58,7 Prozent dieser Altersklasse schlechte Chancen sehen. Bei den Studierenden ist das Zutrauen zu Giffey noch geringer.

Bei den 30- bis 50-jährigen Berlinern halten sich Skeptiker und Giffey-Fans die Waage, die 50- bis 65-Jährigen sehen mehrheitlich schlechte Chancen. Eine deutliche Mehrheit pro Giffey ist nur bei den Rentnern zu finden, von denen 46,1 Prozent mit einem Sieg der SPD mit der neuen Spitzenkandidatin rechnen.

Punkten kann Giffey bei den Angestellten

Geringe Unterschiede sind bei Männern und Frauen zu erkennen. Während nur 37,2 Prozent der männlichen Berliner gute, aber 45 Prozent schlechte Chancen für die SPD sehen, aus der Abgeordnetenhauswahl mit Giffey als stärkste Kraft hervorzugehen, sind es bei den weiblichen Befragten jeweils rund 42 Prozent. Deutlich punkten kann Giffey bei den Angestellten, nicht aber bei Arbeitern, Führungskräften und Beamten.

In Haushalten mit Kindern ist das Zutrauen zu Giffey überdurchschnittlich gering. Nur 35,7 Prozent glauben, dass die Familienministerin die Berliner Sozialdemokraten zum Sieg führen wird. Überwiegend zuversichtlich sind die Protestanten, von denen 49 Prozent an ihren Sieg glauben.

Soweit bisher bekannt ist, wird Franziska Giffey auf einem Landesparteitag der SPD im Frühjahr 2021 als Spitzenkandidatin nominiert.

Das Abgeordnetenhaus wird im September oder Oktober nächsten Jahres neu gewählt, voraussichtlich gemeinsam mit dem Bundestag.

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