Spandaus Bürgermeister macht Schluss : Helmut Kleebank hört auf

Der Spandauer Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank strebt keine dritte Amtszeit mehr an, will aber in der Politik bleiben.

Spandaus Bürgermeister Helmut Kleebank.
Spandaus Bürgermeister Helmut Kleebank.Foto: promo

Der Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) von Berlin-Spandau hört in zwei Jahren auf. „Nach reiflicher Überlegung“ habe er entschieden, für eine weitere Kandidatur bei der nächsten Bezirkswahl nicht zur Verfügung zu stehen.

Das teilte er am Freitag dem SPD-Kreisvorstand und den engsten Mitarbeitern schriftlich mit. Mit seinem Freund, dem Spandauer SPD-Kreischef Raed Saleh habe er diese Entscheidung im Vorfeld ausführlich diskutiert.

Kleebank macht für seine Entscheidung politische und familiäre Gründe geltend, ohne diese näher zu benennen. Es sei eine „Gesamtabwägung“ gewesen. Ohnehin sei 2011, als er überraschend in die Bezirkspolitik einstieg, verabredet gewesen, eine Amtszeit von voraussichtlich 10 Jahren anzustreben.

„Wobei mir der Job immer noch unglaublich viel Spaß macht“, so der Bürgermeister. Er habe viel bewegen können und wolle bis 2021 noch „weitere Großprojekte forcieren“. Beispielsweise im Schul-, Gesundheits- und Verkehrsbereich.

Raed Saleh, der auch Fraktionschef im Abgeordnetenhaus ist, bedauerte den angekündigten Rückzug sehr. Er habe vergeblich versucht, ihn zum Bleiben zu überreden. Kleebank sei „ein Glücksfall für die SPD und für Spandau“, sagte Saleh.

Aber der 54-jährige Genosse, der bis 2011 die Heinrich-Böll-Oberschule im Spandauer Ortsteil Hakenfelde leitete, sei auch nach 2021 „nicht aus der Welt“.

Zur möglichen Nachfolge für Kleebank, als Bürgermeister-Kandidat im Bezirk, äußerte sich Saleh nicht. Dazu sei es noch zu früh.

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Kleebank selbst gab zu erkennen, dass er nicht vorhat, sich in zwei Jahren aus der Politik zurückzuziehen. „Die politische Szene ist doch so in Bewegung.“ Aber das Gerücht, er wolle im Zuge der nächsten Bundestagswahl den Spandauer Bundestagsabgeordneten Swen Schulz beerben, der nicht mehr antritt, sei „derzeit substanzlos“.

Kleebank ging auch nicht auf die Frage ein, ob er ein Führungsamt in der Berliner SPD oder einen Senatsposten anstrebe. Er habe keine konkreten Pläne.

Doch in jedem Fall eine berufliche Rückfallposition: „In Berlin werden Schulleiter dringend gesucht.“

Der gebürtige Spandauer Kleebank studierte nach einer Ausbildung zum Krankenpfleger Mathematik und Physik fürs Lehramt und wurde schließlich Schuldirektor. Der Vater von fünf Kindern ist seit 1993 SPD-Mitglied. Seit eineinhalb Jahren ist er stellvertretender SPD-Kreischef in Spandau und gilt inzwischen als enger Vertrauter von Raed Saleh, dem einflussreichsten Strippenzieher in der Berliner SPD.

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