Stadtmenschen : Schottische Innereien

Der britische Botschafter Sir Sebastian Wood hat mit einem Abendessen an den schottischen Nationaldichter Robert Burns erinnert.

Der britische Botschafter Sir Sebastian Wood.
Der britische Botschafter Sir Sebastian Wood.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Johann Wolfgang von Goethe ist nie die Ehre zuteil geworden, die der schottische Nationaldichter Robert Burns Jahr für Jahr posthum erfährt. Weltweit werden rund um seinen Geburtstag am 25. Januar (1759) „Burns Suppers“ veranstaltet, Abendessen, bei denen seine Gedichte verlesen und schottische Rituale zelebriert werden. Erstmals lud am Donnerstagabend auch der britische Botschafter Sir Sebastian Wood zu einem solchen „Burns Supper“ in die Wilhelmstraße.

Dudelsackmusik gehört zwingend dazu, hier wurde sie dargeboten von Mathew McKelvie und Verteidigungsattaché Rob Rider. Die modernen Botschaftsräume hatten mit Hilfe dunkler Tischleuchter, in denen Kerzen flackerten, fast die Anmutung eines schottischen Schlosses.

Der „Toast to the Lassies“ war der Höhepunkt des Abends

Unter den Gästen waren auch Berliner mit einschlägigen Bezügen, Stiftungsexperte Rupert Graf Strachwitz etwa, der seine Ahnengalerie väterlicherseits bis auf Maria Stuart zurückverfolgen kann und mütterlicherseits mit dem großen Schriftsteller Graham Greene verwandt war. Einen Kilt, wie viele andere Herren, trug er aber nicht.

Zum Auftakt eines solchen Dinners gehört unbedingt die schottische Nationalspeise „Haggis“, die auf dem Teller aussieht wie Gehacktes und allerlei Innereien enthält, über die man so ganz detailliert lieber nicht redet. Eher werden Schotten Nicht-Landsleuten empfehlen, Whisky drüber zu gießen, um die Aromen besser zur Geltung zu bringen.

Zu den Höhepunkten gehört ebenso traditionell der „Toast to the Lassies“, also der Toast auf die Damen. Ganz am Schluss bilden alle einen großen Kreis und singen tanzend die Silvesterhymne „Auld Lang Syne“, den vermutlich bekanntesten Text des Dichters. Der Bauernsohn liebte Frauen und Alkohol, hatte 13 Kinder von vier Frauen und fühlte sich als Europäer, was im Brexit-kritischen Schottland seine Popularität gerade noch mal steigern könnte.

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