Statistische Landesamt : Mehr Alleinerziehende in Brandenburg

Erstmals seit Jahren steigt die Zahl der Alleinerziehenden in Brandenburg wieder. Bundesweit ist die Zahl dagegen zurückgegangen.

59.200 Mütter und Väter waren 2018 in Brandenburg alleinerziehend, rund 2000 mehr als 2017.
59.200 Mütter und Väter waren 2018 in Brandenburg alleinerziehend, rund 2000 mehr als 2017.Foto: Patrick Pleul/dpa

Nach Jahren des Rückgangs ist die Zahl der alleinerziehenden Mütter und Väter in Brandenburg wieder gestiegen. Im Vorjahr waren 59.200 Alleinerziehende mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren in der Mark gemeldet, rund 2000 mehr als 2017. Das teilte das Statistische Landesamt Berlin-Brandenburg mit. 2012 hatte diese Zahl noch bei 66.000 gelegen.

Einschließlich der ledigen Kinder über 18 Jahren, die bei nur einem Elternteil leben, fällt der Zuwachs noch stärker aus. 2018 gab es in Brandenburg rund 92.700 Familien, die dieser Gruppe angehörten – etwa 4900 mehr als im Jahr 2017. Damit lebt in jeder vierten Familie in Brandenburg nur eine Mutter oder ein Vater.

Der überwiegende Teil der Alleinerziehenden ist weiblich. Doch nahm die Zahl der alleinerziehenden Väter mit mindestens einem Kind über 18 Jahren über die vergangenen Jahre gerechnet zu. 2018 waren etwa 7200 Väter in Brandenburg Alleinerzieher, rund 600 mehr als ein Jahr zuvor und 1800 mehr als 2013.

Bundesweit ist die Zahl der alleinerziehenden Mütter und Väter im Jahresvergleich dagegen zurückgegangen. 2018 waren 2,17 Millionen Frauen als Alleinerziehende gemeldet, etwa 30.000 weniger als im Jahr zuvor. Bei den Vätern sank diese Zahl von 416.000 auf 407.000.

Alleinerziehende sind vor allem Mütter und Väter, die ohne Ehe oder Lebenspartnerschaft mit mindestens einem minder- oder volljährigen Kind in einem Haushalt leben. Diese Familien sind besonders belastet. Laut dem Brandenburger Sozialministerium sind sie überdurchschnittlich oft von Arbeitslosigkeit, Teilzeitarbeit oder geringer Bezahlung betroffen.

Damit haben Alleinerziehende ein deutlich höheres Risiko, in die Armut zu geraten, als Familien mit zwei Elternteilen. Im Vorjahr war fast jede zweite Familie von Alleinerziehenden in Brandenburg – 46,2 Prozent – laut Statistischem Bundesamt von Armut bedroht. Das war ein Prozentpunkt mehr als 2017. Die allgemeine Quote der Armutsgefährdung in Brandenburg lag 2018 bei 15,2 Prozent. Die Schwelle lag 2018 für einen Singlehaushalt bei einem monatlichen Nettomonatseinkommen von 986 Euro. (dpa)

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