Staugefahr auf der A100 : Stadtautobahn an der Rudolf-Wissell-Brücke gesperrt

Die marode Brücke wird wegen Bauarbeiten ab Dienstagabend nicht befahrbar sein. Auf der A100 kann es deshalb zu massiven Staus kommen.

Nina Breher
Die Rudolf-Wissell-Brücke auf der A100 wird für Bauarbeiten gesperrt.
Die Rudolf-Wissell-Brücke auf der A100 wird für Bauarbeiten gesperrt.Foto: Paul Zinken/dpa

Es wird eng auf dem nordwestlichen Teil der Stadtautobahn 100: Rund um die Rudolf-Wissell-Brücke müssen Kfz-Fahrer von Dienstagabend an eine Woche mit Staus und Einschränkungen in südlicher Fahrtrichtung rechnen.

Grund sind Vorarbeiten für den Neubau der maroden Brücke ab 2023. Eine Woche lang, nämlich vom 20. bis zum 29. November, stehen in Richtung Süden nur zwei von drei Spuren zur Verfügung. In zwei Nächten, vom 19. auf den 20. sowie vom 29. auf den 30. November, ist der Autobahnabschnitt in südlicher Fahrtrichtung sogar ganz gesperrt – von jeweils 22 Uhr abends bis 5 Uhr morgens.

Die Einschränkungen entstehen wegen Vorarbeiten für den Neubau der rund 930 Meter langen Brücke. Vor und hinter ihr wird der Boden untersucht. Weiter südlich wird auch nach möglicherweise gefährlichen Kriegsrelikten gesucht.

Die Rudolf-Wissell-Brücke ist Berlins längste und am stärksten befahrene Brücke. Außerdem ist sie Teil des am drittmeisten befahrenen Autobahnabschnitts Deutschlands.

Sie ist nicht für die hohen Belastungen gebaut, denen sie heute ausgesetzt ist. Aktuell fahren jeden Tag 180.000 Autos und LKW über sie. Als sie Anfang der 1960er Jahre eröffnet wurde, waren es nur 20.000 pro Tag.

Der Beton ist irreparabel geschädigt. Deshalb muss die marode Brücke abgerissen und ersetzt werden – ein kompliziertes Riesenprojekt. Abriss und Neubau selbst sind ab „frühestens 2023“ geplant, teilt die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) mit.

Einen Termin für die Fertigstellung nennt sie sicherheitshalber nicht. Die Deges organisiert größere Autobahnprojekte im Auftrag des Bundes. Ersten Schätzungen nach werde die neue Brücke rund 200 Millionen Euro kosten.

Von der einwöchigen Verengung in südlicher Fahrtrichtung sind zwei Abschnitte betroffen: erstens der zwischen dem Autobahndreieck Charlottenburg und der Ausfahrt Spandauer Damm; zweitens ein Abschnitt etwas weiter südlich der Brücke, zwischen der Ausfahrt Kaiserdamm Süd und dem Autobahndreieck Funkturm. Außerdem sind eine Einfahrt (Siemensdamm) und eine Ausfahrt (Spandauer Damm) gesperrt.

Von den Nachtsperrungen (19./20. sowie 29./30. November) ist der Abschnitt zwischen den Ausfahrten Jakob-Kaiser-Platz und Spandauer Damm betroffen. Auch die A111 ist in diesen Nächten zwischen Ausfahrt Heckerdamm und Autobahndreieck Charlottenburg in Fahrtrichtung Süd gesperrt. Die Arbeiten können laut Deges nicht auf die nächsten Ferien verschoben werden, denn das würde „zu erheblichen Verzögerungen bei der Planung“ führen.

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