Studie zu Berlins Wohnungsmarkt : Wohneigentum wird teurer, Mieten sinken

Die Durchschnittsmiete in Berlin sinkt leicht. Der Mietendeckel wirke, sagt Senatorin Lompscher. Die Wohnungspreise aber steigen kräftig.

Wohnraum bleibt knapp in Berlin, deshalb steigen die Preise - trotz Mietendeckel.
Wohnraum bleibt knapp in Berlin, deshalb steigen die Preise - trotz Mietendeckel.Foto: Jens Kalaene/dpa

Wer eine Wohnung in Berlin sucht, zahlt im Durchschnitt 8,90 Euro je Quadratmeter und Monat. Je nach Lage und Ausstattung liegen die Angebote zwischen 5,20 Euro und 19,40 Euro. Die gute Nachricht: Die Durchschnittsmiete sank um 2,4 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal des vergangenen Jahres. Dies meldet das Forschungsinstitut F+B in seinem aktuellen „Wohn-Index 2020“.

„Mietendeckel wirkt“, twitterte Wohnen-Senatorin Katrin Lompscher (Linke).

„Im Gegensatz zu den anderen Metropolen entspannt sich die Entwicklung der Angebotsmieten in Berlin“, schrieb Lompscher weiter und zitierte den Verfasser der Studie: „Wir gehen davon aus, dass sich hier die ersten Auswirkungen des Mietendeckels zeigen.“

Mieterverein: Vermieter umgehen Mietendeckel

Der Mietendeckel trat im Februar in Kraft. Allerdings wird das Gesetz nach Angaben des Berliner Mietervereins von vielen Vermietern umgangen.

„Umgehungsversuche bestehen zum Beispiel darin, neue Wohnmietverhältnisse mit Gewerbeverträgen zu versehen, Nutzungsverträge anzubieten für die angeblich der Deckel nicht greife oder die Einzahlung der den Mietendeckel überschreitenden Miete auf ein Treuhandkonto des Vermieters zu verlangen“, so Geschäftsführer Reiner Wild. Bei neuen Verträgen werde vielfach auch eine sogenannte „Schattenmiete“ verlangt.

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In acht der 50 teuersten Städten sinken die Mieten

Laut F+B-Studie ist Berlin eine von nur acht der 50 teuersten Städten, in denen Mieten überhaupt zurückgingen. Im Durchschnitt steigen die Mietpreise bundesweit.

Aufwärts geht es mit den Preisen von Immobilien. Eigentumswohnungen in Berlin kosten im Durchschnitt 3819 Euro je Quadratmeter, 4,2 Prozent mehr als im Vorjahresquartal (3664 Euro).

Neu gebaute Eigentumswohnungen werden im Durchschnitt für knapp 6000 Euro angeboten. Ein niedriger Wert im Vergleich zum Durchschnittspreis der sieben größten deutschen Städte (6870 Euro).

Die Corona-Pandemie wirkt sich laut F+B – nach zeitweiligen Schwankungen – kaum auf Mieten und Kaufpreise angebotener Wohnungen aus.

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