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Sturmtief "Bennet" : S-Bahnen in Berlin fahren wieder regelmäßig

Heftige Böen haben am Montag der Feuerwehr viel Arbeit verschafft und die S-Bahn ausgebremst. Und es bleibt sehr windig.

Sturmtief „Bennet“ hat am Montag auch Berlin durcheinandergewirbelt.
Sturmtief „Bennet“ hat am Montag auch Berlin durcheinandergewirbelt.Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Gleich zwei Mal haben heftige Sturmböen des Tiefs "Bennet" in Berlin und dem Umland am Montag Bäume umgeworfen und den Verkehr behindert. Zunächst war am Mittag eine Kaltfront mit Schauern und Böen über die Region gezogen. Bei Griebnitzsee stieß eine S-Bahn gegen einen umgestürzten Baum, sodass zeitweise keine Züge zwischen Berlin und Potsdam fuhren.

Ein weiterer Baum stürzte in Steglitz auf die Trasse der S 1. Für die S 5 wurde zwischen Strausberg und Strausberg-Nord ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, nachdem dort ebenfalls ein Baum auf die Gleise gekippt war. Gegen 19 Uhr konnte die S 5 auf der Strecke wieder vollständig verkehren, wenig später konnte die S 7 zwischen Potsdam und Berlin-Wannsee wieder im 10-Minuten-Takt fahren.

Die beschädigte Replik des berühmten Schildes am Checkpoint Charlie liegt nach dem Sturm auf der Straße.
Die beschädigte Replik des berühmten Schildes am Checkpoint Charlie liegt nach dem Sturm auf der Straße.Foto: Monika Skolimowska/dpa

Nach Auskunft des Dienstes Wettermanufaktur in Berlin wurde die stärkste Böe am Mittag in Tegel gemessen – mit 103 Stundenkilometern lag sie an der Grenze zur Windstärke elf, „orkanartigem Sturm“.

Am späten Nachmittag folgte dann eine weitere Schauerkette, die nicht nur von ähnlich heftigen Böen begleitet wurde, sondern auch von Blitz und Donner. Dabei stürzte bei Waidmannslust ein weiterer Baum ins Gleis. Der Verkehr auf der S26 wurde eingestellt, die S1 fuhr nur noch alle 20 Minuten, die S8 wurde teilweise gekappt, der Ring im Berufsverkehr auf einen Zehnminutentakt ausgedünnt. Außerdem wurde das Höchsttempo im gesamten S-Bahn-Netz auf 60 km/h beschränkt, um die Gefahr von Unfällen zu verringern. Dadurch wurden sämtliche Fahrpläne Makulatur. Allerdings wurde das Tempolimit später am Abend wieder aufgehoben.

Feuerwehr mit 80 Einsätzen

Die Berliner Berufsfeuerwehr zählte bis zum Abend etwa 80 wetterbedingte Einsätze. Sie hatte zehn Freiwillige Feuerwehren zur Unterstützung gerufen. Personenschäden habe es in Berlin nicht gegeben, hieß es am Abend beim Lagedienst. Am Checkpoint Charlie wurde eine Replik des berühmten Sektoren-Schildes durch den Sturm stark beschädigt, wie die Feuerwehr auf Twitter mitteilte.

In Nordrhein-Westfalen war zuvor ein Autofahrer tödlich verunglückt, als auf einer Landstraße ein Baum auf seinen BMW krachte.

Laut Wettermanufaktur wird es auch am Dienstag sehr windig in Berlin und Brandenburg – bei kühleren Temperaturen. So heftige Böen wie am Montag würden allerdings nicht wieder erwartet. Die nächsten Tage bleiben durchwachsen, wobei es wieder milder wird. Fürs kommende Wochenende zeichnet sich bereits der nächste Sturm ab.

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