Suizid in Brandenburger Gefängnis : Häftling in JVA Cottbus nimmt sich das Leben

Der 42-Jährige saß erst seit drei Tagen in Haft. Hinweise auf eine Suizidgefährdung habe es laut Justizministerium nicht gegeben.

Nachdem es keine Hinweise auf Suizidgefahr gab, wurde der Mann in eine reguläre Einzelzelle verlegt.
Nachdem es keine Hinweise auf Suizidgefahr gab, wurde der Mann in eine reguläre Einzelzelle verlegt.Foto: Patrick Pleul/dpa

In der Justizvollzugsanstalt Cottbus-Dissenchen hat sich ein Gefangener das Leben genommen. Das teilte das Brandenburger Justizministerium am Sonntag mit. Der 42-Jährige wurden demnach am Samstagabend in seiner Einzelzelle leblos aufgefunden. Versuche von Gefängnismitarbeitern und Notarzt, ihn wiederzubeleben, blieben erfolglos.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei lägen keine Hinweise auf ein Fremdverschulden vor, wie es vom Ministerium weiter hieß. Der Gefangene, gegen den ein Haftbefehl wegen des Verdachts der Vergewaltigung sowie der Körperverletzung vorlag, saß den Angaben zufolge erst seit drei Tagen in Untersuchungshaft.

Bei einer Haftprüfung durch den Richter habe der Mann die Frage, ob eine Gefahr für eine Selbsttötung oder Selbstverletzung bestehe, explizit verneint, wie ein Sprecher des Ministeriums weiter sagte. Weil Erstinhaftierte wie der 42-Jährige potenziell als suizidgefährdet gelten, sei der Mann sicherheitshalber in einer kameraüberwachten Zelle untergebracht worden.

Nach einem persönlichen Gespräch des Gefangenen mit einem Anstaltspsychologen habe sich kein Hinweis auf eine Suizidgefahr ergeben und der Gefangene sei am Freitag in eine reguläre Einzelzelle verlegt worden.

In Brandenburger Gefängnissen haben sich seit dem Jahr 2000 mehr als 40 Menschen das Leben genommen. Im vergangenen Jahr waren es nach Angaben des Justizministeriums zwei Menschen. Knapp 120 Suizidversuche gab es den Angaben zufolge seit dem Jahr 2000 bis einschließlich 2019. (dpa)

Haben Sie dunkle Gedanken? Wenn es Ihnen nicht gut geht oder Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, versuchen Sie, mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen Sie sich melden können.
Der Berliner Krisendienst ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern variieren nach Bezirk, die richtige Durchwahl für Ihren Bezirk finden Sie hier.
Weiterhin gibt es von der Telefonseelsorge das Angebot eines Hilfe-Chats. Außerdem gibt es die Möglichkeit einer E-Mail-Beratung. Die Anmeldung erfolgt – ebenfalls anonym und kostenlos – auf der Webseite. Informationen finden Sie unter: www.telefonseelsorge.de

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