Tag der Deutschen Einheit : Beim Einheitsfeuerwerk kann jeder mitbestimmen

Im Rahmen der Feierlichkeiten am Brandenburger Tor gibt es am Mittwoch ein großes Feuerwerk. Das Besondere: Interessierte können es online mitgestalten.

2017 hat Malte Bartsch seine Installation im Hamburger Bahnhof in Berlin schon einmal aufgeführt.
2017 hat Malte Bartsch seine Installation im Hamburger Bahnhof in Berlin schon einmal aufgeführt.Foto: Malte Bartsch

In der Nacht zum 3. Oktober 1990 zog es viele Berliner auf die Straße. Der Zeitpunkt des offiziellen Beitritts der Ost-Bundesländer zur BRD war um Mitternacht. Da hatte sich vor dem Reichstag und dem Brandenburger Tor ein große Menschenmenge versammelt. Um null Uhr wurde dann die deutsche Fahne gehisst. Ein Bläserchor spielte das Deutschlandlied, bevor ein Feuerwerk gezündet wurde. Auch am Mittwochabend, von 22:00 bis 22:08 Uhr, wird der Himmel über Berlin durch Raketen erleuchtet: Ein "demokratisches" Feuerwerk soll es werden, und zwar im wortwörtlichen Sinne.

Denn der "Feuerwerkautomat", wie das Projekt des bildenden Künstlers Malte Bartsch (34) heißt, ist das Ergebnis eines Abstimmungsprozesses, die Dramaturgie liegt in den Händen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Deutschlandweit können Interessierte online bis 19 Uhr unter www.feuerwerkautomat.de ihr Feuerwerk auswählen und auf einem Zeitstrahl von acht Minuten platzieren. Dann beginnen am Brandenburger Tor die Konzerte und Bartsch und seine Kollegen beginnen mit dem Programmieren des Feuerwerks.

Der Künstler Malte Bartsch.
Der Künstler Malte Bartsch.Foto: Malte Bartsch

"Es ist das weltweit erste Feuerwerk, bei dem man mitbestimmen kann", erzählt Bartsch stolz. Im vergangenen Jahr hat er im Hamburger Bahnhof seine Installation schon einmal aufgeführt (siehe Foto). Seine Intention ist, das Feuerwerk, das aus einem feudalen Kontext komme, aufzubrechen und als Gemeinschaftsprojekt zu realisieren. "Das ist wie bei der Demokratie", sagt er. "Je mehr Menschen mitmachen, desto besser!" Gerade am Tag der Deutschen Einheit gehe es schließlich darum, gemeinsam etwas zu schaffen. "Ich als Künstler freue mich sehr, dass das Land Berlin sich anstelle eines klassischen Feuerwerks für ein Kunstwerk entschieden hat, das den Ausgang offen hält", sagt Bartsch.

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