Tag der Organspende : 469 Berliner warten auf ein Spenderorgan

Der Tag der Organspende am heutigen Samstag zeigt die Realitäten in der Hauptstadt: Rund achtmal mehr Menschen warten auf ein Organ als Menschen eines spenden.

Am Samstag ist Tag der Organspende.
Am Samstag ist Tag der Organspende.Foto: Soeren Stache/dpa

In Berlin warten zur Zeit 469 Menschen auf ein Spenderorgan. Die Zahl der Spender sank im ersten Quartal trotz der Corona-Pandemie nur leicht von 20 auf 18, teilte die Deutsche Stiftung Organtransplantation mit. Gespendet wurden vor allem Nieren, Lungen und Herzen, manchmal auch mehrere Organe von einem Spender. In Brandenburg warten zur Zeit 332 Menschen auf ein Spenderorgan.

Im gesamten Jahr 2019 spendeten 55 Berliner nach ihrem Tod Organe. Die Verteilung organisiert europaweit die Stiftung Eurotransplant. Deutschland gehört in diesem Verbund zu den Ländern mit vergleichsweise sehr wenig Spendern.

An diesem Samstag wird bundesweit an die Bedeutung der Organspende erinnert. In Deutschland stehen 9000 Patienten, die dringend auf eine rettende Organspende angewiesen sind, auf Wartelisten. „Der Tag soll einen Anstoß geben, sich mit der Frage nach Organspende auseinanderzusetzen und eine Entscheidung zu treffen“, sagte Egbert Trowe, Vorstandsmitglied des Vereins Lebertransplantierte. 

„Gleichzeitig ist es aber auch ein Tag des Dankes gegenüber allen Organspendern, die bereit waren, nach ihrem eigenen Tod anderen Menschen zu helfen.“ Trowe selbst überlebte vor 18 Jahren selbst dank einer Lebertransplantation.

Im Januar 2020 hatte die Bundesregierung ein neues Gesetz beschlossen. Es sieht vor, dass die Bereitschaft, Organe nach dem eigenen Tod zu spenden, regelmäßiger erfragt werden soll.

Erklärung zur Organspende künftig auch in Online-Register möglich

Künftig soll eine Erklärung zur Organspende auch in einem Online-Register und den Ausweisstellen möglich sein.

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Diese Diskussion habe das Thema Organspende wieder verstärkt in den Blickpunkt gerückt, sagte Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Von Januar bis April wurden deutlich mehr Organspendeausweise bestellt und heruntergeladen als im Vorjahreszeitraum.“ (dpa)

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