Tangentialverbindung Ost in Berlin : Für die TVO müssen Häuser abgerissen werden

Beim umstrittenen Straßenbauprojekt im Osten Berlins gibt es nun eine Kompromisslösung. Doch es gibt Widerstand, denn acht Häuser müssten weichen.

Frühestens 2021 kann mit den Arbeiten der TVO zwischen Marzahn und Köpenick begonnen werden.
Frühestens 2021 kann mit den Arbeiten der TVO zwischen Marzahn und Köpenick begonnen werden.Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Das war schon etwas überraschend: Bei einem der umstrittensten Straßenbauprojekte im Osten der Stadt gab es auf einer Informationsveranstaltung am Mittwochabend in Biesdorf kaum laute Proteste.

Staatssekretär Jens-Holger Kirchner von der Senatsverkehrsverwaltung stellte die Kompromisslösung für den Bau der Tangentialverbindung Ost (TVO) erstmals öffentlich vor. Die Straße mit je zwei Fahrspuren und einem parallelen Radschnellweg soll die Märkische Allee in Marzahn mit der Spindlersfelder Straße in Köpenick verbinden.

Ursprünglich wollten die Planer die Straße östlich der Bahnanlagen bauen, was zahlreichen Anwohnern viel Krach beschert hätte. Die Bürgermeister der drei Bezirke Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg und Treptow-Köpenick hatten schon vor Jahren, unterstützt vom Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), vorgeschlagen, die Trasse im Norden westlich der Bahn anzulegen und etwa in der Mitte dann auf die Ostseite zu wechseln. So sieht der Kompromiss jetzt, wie berichtet, auch aus. Die Querung soll in Höhe der Lauchhammerstraße erfolgen.

Abriss von acht Häusern

Dagegen gibt es noch Widerstand. VDGN-Vizepräsident Peter Ohm formuliert drastisch: „Hier geht Artenschutz vor Menschenschutz.“ Die Verkehrsverwaltung nehme den Abriss von acht Häusern, in denen überwiegend ältere Menschen wohnten, in Kauf, um weiter südlich Zauneidechsen und Fledermäuse zu schützen, die dort zu Hause seien. Würde man die Querung um 200 Meter bis 300 Meter verschieben, könnten die Häuser stehen bleiben, sagte Ohm.

Zur größeren Ansicht klicken Sie auf das rote Kreuz.
Zur größeren Ansicht klicken Sie auf das rote Kreuz.Grafik: Tsp

Bliebe es bei den Plänen, müssten die Eigentümer mit einer hohen Summe entschädigt werden, wenn ein langwieriges Enteignungsverfahren vermieden werden solle. Die TVO müsse aber schnell kommen, um den Dauerstau auf der Köpenicker Straße auflösen und den Krach verringern zu können. Doch egal, welche Variante gewählt wird: Mit Klagen von Umweltverbänden sei in jedem Fall zu rechnen, sagte Ohm.

Die TVO ist schon in den 1960er Jahren zu DDR-Zeiten geplant und 1994 in den Flächennutzungsplan aufgenommen worden.

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