Tarifverhandlungen : IG-Metall fordert 6,5 Prozent mehr Lohn

Für die rund 92.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Berlin-Brandenburg haben die Tarifverhandlungen begonnen. Die Arbeitgeberseite sieht die Konkurrenzfähigkeit des Standorts durch die Forderungen gefährdet.

Berlin - Die IG Metall bekräftigte ihre Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn ab 1. April 2007 bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten. Das lehnte der Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg (VME) als "unangemessen" ab. Die nächste Tarifrunde ist für 2. April geplant.

Die Branche habe sich im vergangenen Jahr "deutlich positiv entwickelt", sagte IG Metall-Sprecher Bernd Kruppa. Eine Fortsetzung des Trends werde auch für 2007 erwartet, deshalb seien die Forderungen der Gewerkschaft "bezahlbar, volkswirtschaftlich sinnvoll und sozial gerechtfertigt". Bestätigt fühle sich die IG Metall zudem durch die jüngsten Prognosen der Wirtschaftsinstitute, die für das laufende Jahr von einem Wirtschaftswachstum von bis zu 2,8 Prozent ausgingen.

Arbeitgeberseite: Schwierige Situation auf dem Weltmarkt

Dagegen betonte VME-Verhandlungsführer Joachim Rennau, der Abschluss müsse unter dem Niveau des Jahres 2006 liegen, in dem eine Gehaltserhöhung von drei Prozent vereinbart worden war. Er begründete dies mit der "schwierigen Weltmarktsituation". So sei es derzeit unmöglich, höhere Kosten unter anderem für Rohstoffe an die Kunden weiterzugeben.

Gerade in Berlin-Brandenburg müsse Maß gehalten werden, um die Konkurrenzfähigkeit des Standorts nicht zu erschüttern. So seien in Brandenburg 2006 rund 3000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen worden, die bei einer Lohnerhöhung von 6,5 Prozent nicht langfristig gesichert werden könnten. (tso/ddp)

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