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Tarifverhandlungen : Zwei Tage Streik an Berliner Schulen und Kitas

Die GEW Berlin ruft in der kommenden Woche zu einem zweitägigen Warnstreik an Schulen, Kitas, Hochschulen und Jugendämtern auf.

Die GEW ruft zum Warnstreik auf.
Die GEW ruft zum Warnstreik auf.Foto: Felix Zahn/dpa

Berlin kommt aus den Warnstreiks kaum noch heraus: Nach dem BVG-Streik am vergangenen Freitag, dem Warnstreik am vergangenen Mittwoch im öffentlichen Dienst an Schulen, Kitas und Ämtern sowie dem gestrigen Streik in Berlins Jugendämtern steht in der nächsten Woche ein neuer und diesmal sogar zweitägiger Ausstand ins Haus. Die GEW Berlin ruft für Dienstag, 26. Februar, und Mittwoch, 27. Februar, die Angestellten an Schulen, Kitas, Hochschulen und Jugendämtern zum Warnstreik auf. Und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will den Druck am zweiten Tag des Ausstandes noch verstärken: Am 27. Februar soll nach ihrem Aufruf die gesamte Verwaltung die Arbeit niederlegen.

Voraussichtlich werden wieder zahlreiche Kitas geschlossen bleiben - betroffen sind die Kitas der Eigenbetriebe und Einrichtungen des Pestalozzi-Fröbel-Hauses. An Schulen werden wahrscheinlich Tausende Unterrichtsstunden ausfallen. Die GEW will mit dem Warnstreik den Druck vor der nächsten Verhandlungsrunde über den Tarifvertrag der Länder erhöhen. Diese findet am 28. Februar und 1. März statt.

Beim Warnstreik am 13. Februar blieben über 100 Kitas geschlossen. Laut Bildungsverwaltung waren knapp 600 Schulen von dem Streik betroffen, 4200 Lehrkräfte und 1800 Erzieher und anderes Schulpersonal waren im Ausstand. Bei der Kundgebung der Gewerkschaften wurden 12 000 Teilnehmer gezählt.

Und was erwartet Eltern nun in der kommenden Woche? Die Schulen und Kitas werden die Eltern in der Regel rechtzeitig vorher darüber informieren, ob es zu Einschränkungen kommt. Bei den vorangegangenen Streiks war es so, dass einige Kitas eine Notbetreuung anboten. Auch Grundschulen sind verpflichtet, eine Betreuung zu gewährleisten. Manche Schulen bitten die Eltern in solchen Fällen, Kinder früher abzuholen.

GEW: "Bisher kein Entgegenkommen der Arbeitgeber"

„Da uns die Arbeitgeber bisher kein Entgegenkommen signalisieren, müssen wir vor der nächsten und vielleicht letzten Verhandlungsrunde den Druck erhöhen“, sagte die Vorsitzende der GEW Berlin, Doreen Siebernik. Die Streikenden sollen sich am 26. Februar um 10 Uhr auf dem Elisabeth-Schwarzhaupt-Platz vor dem Nordbahnhof versammeln. Von dort soll ein Demonstrationszug in Richtung Bebelplatz starten. Am 27. Februar sollen sich die Streikenden um 10 Uhr auf dem Potsdamer Platz treffen, von wo es zum Alexanderplatz geht.

In den Verhandlungen über den Tarifvertrag der Länder fordern die Gewerkschaften sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro monatlich mehr. Außerdem setzt sich die GEW Berlin besonders für eine Angleichung der Bezahlung von Erziehern und Sozialarbeitern an die Vergütung im kommunalen Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) ein. Nach diesem werden Erzieher in den meisten anderen Bundesländern bezahlt. Sie verdienen dort wie berichtet deutlich mehr. Verhandlungsführer aufseiten der Tarifgemeinschaft der Länder ist Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD).

Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Marianne Burkert-Eulitz, sagte: „Wir stehen als Koalition hinter den Streikenden, denn wir wollen, dass sich die Wertschätzung für die Arbeit der Pädagogen auch in einer besseren Bezahlung niederschlägt.“ Eine Besserstellung sei auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels dringend nötig. Ähnlich äußerte sich Regina Kittler von der Linksfraktion.

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