Terror-Prozess in Berlin : Verteidiger bestreitet Verbindung zum IS

Am Donnerstag begann der Prozess gegen zwei Iraker. Sie sollen sich an Taten des "Islamischen Staats" beteiligt haben. Ein Verteidiger wies die Vorwürfe zurück.

Der Angeklagte Raad A. steht, den Kopf verdeckt durch eine Zeitung, hinter seinen Anwälten im Gerichtssaal.
Der Angeklagte Raad A. steht, den Kopf verdeckt durch eine Zeitung, hinter seinen Anwälten im Gerichtssaal.Foto: Olaf Wagner/dpa

Der Prozess gegen einen 43-jährigen Iraker und seinen vermutlich 19-jährigen Sohn wegen Terrorverdachts begann am Donnerstag mit Erklärungen der Verteidiger. „Mein Mandant hat und hatte nichts mit dem IS zu tun“, sagte einer der Anwälte für den Vater.

Die beiden Angeklagten sollen sich an Kriegsverbrechen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) beteiligt haben. Der 43-Jährige soll nach seiner Einreise nach Deutschland im Sommer 2015 auch versucht haben, einen Mann zu einem Selbstmordanschlag in der Berliner U-Bahn anzustiften.

Beteiligung an Hinrichtung eines irakischen Staatsbediensteten

Die Bundesanwaltschaft wirft Vater und Sohn unter anderem vor, sich im Jahr 2014 in der irakischen Stadt Mossul dem IS angeschlossen zu haben. Vater Raad A. soll für den IS Gelder eingetrieben haben, Sohn Abbas soll bewaffnet durch die Straßen patrouilliert sein. Beide hätten sich an der Hinrichtung eines irakischen Staatsbediensteten beteiligt, wirft ihnen die Anklage außerdem vor. Mutmaßlich war ein Offizier der irakischen Armee oder Polizei das Opfer. A. soll im Oktober 2014 mit IS- Kämpfern den Gefangenen zum Richtplatz geführt haben. Abbas R. habe das Opfer beschimpft und bespuckt. Der Prozess geht am Freitag weiter. Insgesamt sind 21 Verhandlungstage angesetzt.

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