Berlin : Teufelszeug

Andreas Conrad

Saugen oder blasen – das ist hier die Frage. Man wird den englischen Erfinder Hubert Cecil Booth zumindest eine Mitschuld an dem Missgeschick anlasten müssen, das jetzt einen Mann beim Betanken seines Fahrzeugs ereilte. 1901 hatte Booth die Idee, unerwünschte Stoffe seien besser wegzusaugen als zu -pusten, und erfand so den Staubsauger. Ohne ihn würde heute also niemand auf die Idee kommen, irrtümlich eingefüllten Kraftstoff mittels eines Tankstellensaugers zu entsorgen. Und man möge jetzt bitte schön nicht argumentieren, es gebe Fabrikate, die zu beidem fähig seien, wie von Loriot beschrieben: „Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann.“ Ja, man muss von Glück sagen, dass nicht mehr passiert ist, denn welche Risiken selbst Baupläne von Staubsaugern bergen, weiß jeder Leser von Graham Greenes „Unser Mann in Havanna“: In der richtigen Vergrößerung kann man in den Blaupausen – in diesem Fall der Marke „Atomgigant“ – sogar Raketenbauteile und Ähnliches sehen, und wenn Spionageexperten dies nur richtig fortspinnen, steht am Ende womöglich Schlimmeres bevor als nur eine Verpuffung.

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