Später und deutlich teurer: Die ICC-Sanierung

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Teurer, später, chaotisch : Diese Bau-Projekte sind zu groß für Berlin

Internationales Congress Centrum

Seit 2001 wird öffentlich über eine Sanierung und Modernisierung des Internationalen Congress Centrums (ICC) diskutiert. Seitdem wurden von Politik, Messe und Wirtschaftsverbänden alle Varianten durchgespielt: Sanierung, Abriss, Stilllegung oder Privatisierung. Die ersten Schätzungen für eine Sanierung lagen bei 50 Millionen Euro, die jüngste Kostenprognose geht von 300 Millionen Euro aus. In der Finanzplanung des Senats stehen bisher allerdings nur 182 Millionen Euro. 2014 sollen die Bauarbeiten im „Raumschiff“ am Messedamm beginnen. Dafür wird das ICC zeitweise geschlossen. Das runderneuerte Kongressgebäude sollte eigentlich 2017 wieder in Betrieb genommen werden. Jetzt ist inoffiziell von 2020 die Rede.

Bildergalerie: Das Chaos um die Airport-Verschiebung

Das Debakel um den neuen Flughafen in Bildern
Ende August 2012 hatte der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratvorsitzende des BER, Klaus Wowereit, noch die Verantwortung für das Flughafen-Desaster übernommen. Am 24.05.2013 wies er jedoch eine persönliche Verantwortung für die mehrfache Verschiebung des Eröffnungstermins im BER-Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses von sich. Doch nun, Mitte Dezember ist sein Comeback als Aufsichtsrat sicher.Weitere Bilder anzeigen
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13.12.2013 10:52Ende August 2012 hatte der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratvorsitzende des BER, Klaus Wowereit, noch die Verantwortung...

Staatsoper

Als der damalige Intendant Georg Quander im Jahr 2000 auf die drohende Schließung der Staatsoper durch die Baupolizei hinwies und eine grundlegende Sanierung forderte, rechnete er mit Kosten von 100 Millionen Euro. Danach stritten der Senat und der Bund mehrere Jahre darüber, wer für das kulturelle Erbe Preußens auch finanziell zuständig sei. Die Gründung einer gemeinsamen Opernstiftung milderte den Konflikt nicht, erst im Rahmen eines Hauptstadtfinanzierungsvertrags verpflichtete sich der Bund 2007, für die Grundsanierung der Staatsoper 200 Millionen Euro auszugeben. Die öffentliche Ausschreibung des Projekts musste im Juli 2008 allerdings wiederholt werden, Staatsoper-Dirigent Daniel Barenboim klagte damals über das „unprofessionelle Vorgehen“ des Senats. Erst im Sommer 2010 begann die Restaurierung des Prachtbaus Unter den Linden, 2014 soll die Oper wiedereröffnet werden. Die letzte Kostenschätzung liegt bei 242 Millionen Euro.

Zentral- und Landesbibliothek

Vor 15 Jahren schlug die Chefin der Berliner Landesbibliothek, Claudia Lux, einen neuen Standort für ihre Einrichtung vor, die damals schon an mehreren Standorten aus allen Nähten platzte: den sanierten Palast der Republik. Der Plan wurde ebenso verworfen wie ein Neubau auf dem Schlossplatz in Mitte oder die Integration in ein wieder aufgebautes Stadtschloss. Erst 2009 wurde die Diskussion neu belebt, als der Senat beschloss, auf dem Tempelhofer Feld eine neue Zentral- und Landesbibliothek zu bauen. Für geschätzte 270 Millionen Euro, 2016 sollte der Medienpalast fertig sein. Dieser ambitionierte Zeitplan wird keinen Bestand haben. Im März dieses Jahres teilte die Stadtentwicklungsverwaltung mit, dass ein geprüfter Kostenrahmen frühestens im zweiten Quartal 2013 vorliegen werde. Vorgesehen sei der „Baubeginn noch in dieser Legislaturperiode“.

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