Theater an der Museumsinsel : Das Drama im Monbijoupark geht weiter

Der Betreiberwechsel hat für die Mitarbeiter im Monbijoupark Folgen: In einem offenen Brief beklagen sie Kündigungen. Die neuen Betreiber wehren sich gegen die Vorwürfe.

Bald ist es wieder warm genug für Theater unter freiem Himmel. Wer das Monbijoutheater aber künftig leitet, ist unklar. 
Bald ist es wieder warm genug für Theater unter freiem Himmel. Der bisherige Theaterchef muss aber gehen.Foto: Bernd Schönberger/Promo

Wer geglaubt hat, das Theater ums Monbijoutheater wäre mit Bekanntgabe des neuen Betreibers vergangene Woche vorbei, wurde am Mittwoch eines Besseren belehrt: Da wurde ein offener Brief aktueller und ehemaliger Mitarbeiter des Theaters veröffentlicht, in dem der bevorstehende Betreiberwechsel als „Putsch ehemaliger Mitarbeiter“ kritisiert wird.

Die neue gemeinnützige Struktur habe die Kündigung von 30 langjährigen Mitarbeitern zur Folge. Die Gründe für die Entscheidung durch Humboldt-Universität und Bezirk Mitte werden als „fragwürdig“ bezeichnet.

Hintergrund ist ein Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Mitte, die öffentliche Fläche im Monbijoupark nur noch einem gemeinnützigen Träger für den Theaterbetrieb zur Verfügung zu stellen. Daraufhin hatte der bisherige Theaterchef Christian Schulz keine Ausnahmgenehmigung mehr vom Bezirk erhalten, seine ehemaligen Partner um Bühnenbildner David Regehr übernehmen nun das Theater.

Von 63 Unterzeichnern seien nur 13 Teil des aktuellen Ensembles

Sie wehren sich gegen den im offenen Brief geäußerten Vorwurf, für die Entlassungen verantwortlich zu sein. Von den 63 Unterzeichnern seien lediglich 13 Teil des seit vier Jahren im Park arbeitenden Ensembles, sieben von ihnen hätten sie angeboten, weiter für sie zu arbeiten. Das Angebot sei abgelehnt worden. Auch Schulz hatte ein Kompromissangebot der Humboldt-Uni abgelehnt, in dieser Saison noch die Strandbar zu betreiben.

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Die neuen Betreiber wollen ein neues Theater bauen. Es soll ans ehemalige Monbijouschlösschen erinnern. Dort soll im Sommer „Faust“ gespielt werden.

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