Blockade-Pyramide überrumpelt Polizei

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Ticker zum Nachlesen : Feiern und demonstrieren: So verlief der 1. Mai in Berlin
Nele Pasch
Polizeipräsenz, die anscheinend wirkte: Ungewöhnlich schnell löste sich die Revolutionäre Mai-Demonstration Unter den Linden auf. Der Berliner Polizeipräsident Kandt lobte indirekt die linke Szene dafür, dass wieder die politischen Inhalte mehr im Vordergrund standen. Bis auf vereinzelte Festnahmen und Steinwürfe blieb es am Mittwochabend ruhig.Weitere Bilder anzeigen
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01.05.2013 22:29Polizeipräsenz, die anscheinend wirkte: Ungewöhnlich schnell löste sich die Revolutionäre Mai-Demonstration Unter den Linden auf....

11.49 Uhr: Bis auf die Stelle, an der die Beton-Pyramide den Weg blockiert, hoffen die linken Gegenveranstaltungen wohl vergebens, den Marsch der NPD durch Sitzblockaden unterbrechen zu können. Das dürfte angesichts des hohen Polizei-Aufgebot unmöglich werden. Am Wilhelminenhof hat die Polizei mehrere Wasserwerfer aufgestellt. Immer wieder laufen kleinere Gruppen von Linken umher und Suchen stellen, an denen Sie an die Demonstrationsstrecke gelangen können. Doch die Polizei ist offenbar gut vorbereitet. Am Bahnhof Schöneweide sind mittlerweile rund 100 NPD-Anhänger versammelt, darunter auch mehrere Spitzenfunktionäre der Partei sowie der ehemalige Vorsitzende Udo Voigt.

11.26 Uhr: Die Bilder von den Demos und Veranstaltungen am Vorabend und in der Walpurgisnacht können Sie sich hier noch einmal anschauen.

11.05 Uhr: Mit der Blockade-Pyramide sind die Polizisten offenbar überrumpelt worden. Polizeiangaben zufolge ist ein Kleintransporter um ca. 07.30 Uhr an den Polizeiposten vorbei von der Schnellerstraße auf die Brückenstraße gerast und ließ dort die Pyramide aus dem Wagen rutschen, woraufhin sich die vier Demonstranten sofort anketteten. Mittlerweile ist ein Polizei-Kranwagen mit niedersächsischem Kennzeichen angerückt, offenbar soll versucht werden, die Konstruktion samt Demonstranten abzutransportieren. Einem Sprecher zu Folge sei es hilfreich, die niedersächsischen Kollegen dabei zu haben, da diese Erfahrung mit derartigen Einsätzen und Blockaden unter anderem von den Anti-Atomlager-Protesten im Wendland und jährlichen Nazi-Aufmärschen in Bad Nenndorf hätten.

Walpurgisnacht startet mit Demonstrationen
Die Walpurgisnacht begann in Berlin mit verschiedenen Demos, so gingen in Schöneweide 3000 Menschen gegen Neonazis auf die Straße.Weitere Bilder anzeigen
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30.04.2013 21:18Die Walpurgisnacht begann in Berlin mit verschiedenen Demos, so gingen in Schöneweide 3000 Menschen gegen Neonazis auf die Straße.

10.47 Uhr: Die Teilnehmerzahl der NPD-Kundgebung an der Ecke Edisonstraße/Wilhelminenhofstraße beträgt knapp über 50. Die offiziell als Mahnwache angemeldete Veranstaltung diente offenbar dazu, als Alternative zur möglicherweise von Gegendemonstranten verhinderten offiziellen Marschroute noch eine weitere Fläche zur Demonstration zu sichern.

10.34 Uhr: Auf der Brückenstraße in Schöneweide haben sich vier Gegendemonstranten auf der Mitte der Fahrbahn an eine pyramidenförmigen Betonkonstruktion gekettet, so dass ihre Arme im Inneren der Konstruktion feststecken. Die Demonstrations-Route der Neonazis ist damit erstmal blockiert. Die Polizei setzt kurz die Bohrmaschine an, lässt dann aber wieder ab.

10.22 Uhr: Auch Innensenator Frank Henkel ist vor dem Bahnhof Schöneweide. Die erst gerade überwundene schwere Fiebererkrankung ist ihm noch anzusehen. Mit dem Verlauf der Walpurgisnacht sei er sehr zufrieden, teilt er mit. "Auch für heute sehe ich die Polizei gut aufgestellt", sagt der Innensenator weiter. "Unsere Einsatzkräfte werde besonnen und hochprofessionell vorgehen, falls nötig auch mit der entsprechenden Konsequenz." Ob die Demonstrationsroute freigegeben bleibt, werde die Polizei entscheiden.

10.15 Uhr: Der Platz vor dem Bahnhof Schöneweide füllt sich, mittlerweile sind auch die ersten NPD-Anhänger vor Ort, darunter auch der Landesvorsitzende Sebastian Schmidtke. An der Schnellerstraße hat die Polizei eine kleine Gruppe linker Gegendemonstranten daran gehindert, die Absperrung zu durchbrechen. Insgesamt sind inzwischen über 500 Linke zur Gegendemonstration an der Schnellerstraße.

10.00 Uhr: Während die einen noch den Rausch der Walpurgisnacht-Party ausschlafen, gibt man sich im Volkspark Friedrichshain dem Rausch der Kilometer hin: Unzählige Jogger ziehen schon am frühen Vormittag ihre Runden durch den zartgrünen Park. Es ist eines der vielen unorganisierten Sporttreffs der Stadt, die bei herrlichem Sonnenschein auf dem Tempelhofer Feld, im Tiergarten oder in der Hasenheide steigen. Auf dem einen der zwei Trümmerberge im Friedrichshain, wo sich ein Lamm am Spieß über dem Feuer dreht, deutet sich derweil an, was am Nachmittag in vielen Grünanlagen zu erwarten ist: Berlin trifft sich zum unorganisierten Grillfest.

1. Mai in Berlin
Polizeipräsenz, die anscheinend wirkte: Ungewöhnlich schnell löste sich die Revolutionäre Mai-Demonstration Unter den Linden auf. Der Berliner Polizeipräsident Kandt lobte indirekt die linke Szene dafür, dass wieder die politischen Inhalte mehr im Vordergrund standen. Bis auf vereinzelte Festnahmen und Steinwürfe blieb es am Mittwochabend ruhig.Weitere Bilder anzeigen
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01.05.2013 22:29Polizeipräsenz, die anscheinend wirkte: Ungewöhnlich schnell löste sich die Revolutionäre Mai-Demonstration Unter den Linden auf....

09.58 Uhr: Am südlichen Ausgang des Bahnhofs Schöneweide steigt kurz schwarzer Rauch auf. Was dort gebrannt hat, lässt sich nicht sagen, nach kurzer Zeit ist der Rauch aber auch wieder verzogen. Unterdessen hat die Polizei eine kleine Gruppe linker Gegendemonstranten daran gehindert, über die Absperrung in der Schnellerstraße zu gelangen.

09.39 Uhr: In Schöneweide haben sich inzwischen die ersten Demonstranten und Gegendemonstranten eingefunden. Am Startpunkt der NPD-Demonstrationen befänden sich den Angaben eines Polizeisprechers zu Folge zum aktuellen Zeitpunkt ca. 20 Teilnehmer. Bei einer weiteren NPD-Kundgebung in der Nähe seien es knapp mehr als 50 Teilnehmer. Am S-Bahnhof Schöneweide zeigt die Polizei starke Präsenz, Teile des Bahnhofs sind abgesperrt. nah am Absperrgitter haben sich bereits ca. 200 Gegendemonstranten mit Lautsprecherwagen und einem großen Ballon mit der Aufschrift "Kein Bock auf Nazis" positioniert. Fahnen der Linkspartei sind zu sehen, Die gegenüber vom Bahnhof beginnende Spreestraße ist von der Polizei an beiden Enden abgeriegelt.

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