• Tierschützer über Knuddel-Knut: "Man hätte den Mut haben müssen, ihn sterben zu lassen"

Tierschützer über Knuddel-Knut : "Man hätte den Mut haben müssen, ihn sterben zu lassen"

Die vielen Berichte um das Berliner Eisbärbaby Knut haben eine Diskussion um artgerechte Tierhaltung ausgelöst. Kritiker sehen in der Aufzucht durch Menschen einen groben Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Berlin - "Die Handaufzucht ist nicht artgerecht, sagte der Tierschützer Frank Albrecht der "Bild"-Zeitung. Der Berliner Zoo lasse es zu, dass der Eisbär für den Rest seines Lebens verhaltensgestört sein werde, fügte Albrecht hinzu.

Der Direktor des Aachener Zoos, Wolfram Graf Ludwig, sagte dem Blatt: "Ich halte es nicht für artgerecht, den kleinen Eisbären mit der Flasche aufzuziehen." Das Tier werde immer mehr auf den Pfleger fixiert und kein richtiger Eisbär sein. Jetzt sei es jedoch zu spät, Knut einzuschläfern. "Der Fehler ist passiert. Man hätte viel früher den Mut haben müssen, ihn sterben zu lassen", fügte Ludwig hinzu.

Lippenbärbaby unter Protesten eingeschläfert

Im Dezember war im Leipziger Zoo ein zwei Tage altes Lippenbärbaby eingeschläfert worden, nachdem es von der Mutter nicht angenommen worden war. Die Aktion führte zu heftigen Protesten.

Das Eisbärbaby Knut kam am 5. Dezember zur Welt. Nachdem Mutter Tosca ihren Nachwuchs nicht annahm, lebt dieser nun bei seinem Pfleger Thomas Dörflein. Aus Angst vor Infektionen dürfen bisher nur der Pfleger und der Tierarzt zu Knut. (tso/ddp)

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