Berlin : To Bean or not to Bean

Die Gefahren des Reisens: Rowan Atkinson stellte seinen neuen Spielfilm vor

Andreas Conrad

Zu den unbegreiflichen Rätseln der Filmgeschichte zählt die Frage, warum Rowan Atkinson nicht als neuer 007-Darsteller ausgewählt wurde. Anders als Daniel Craig hatte er mit dem Geheimdienst- Genre manche Erfahrung aufzuweisen. Erinnert sei nur an seine Rolle als Nigel Small-Fawcett in „Sag niemals nie“, Sean Connerys letztem Einsatz im Geheimdienst Ihrer Majestät. Und vor vier Jahren war Atkinson Hauptakteur in „Johnny English“, zugegeben nur eine Parodie des berühmtesten Agenten aller Zeiten, aber immerhin. Und schon phonetisch ist es von Mr. Bean zu Mr. Bond kein großer Schritt. Kurz und gut: Man versteht es nicht.

Und so schlägt sich Atkinson auf der Leinwand nun eben doch nicht mit Erzschurken herum, sondern nur mit den Tücken des Alltags, aber auch die haben es in sich, und Publikum finden sie ebenfalls spielend. Über 260 Millionen Dollar weltweit spielte „Mr. Bean“ ein, der erste abendfüllende Film über den liebenswürdigen, von Atkinson geschaffenen Trottel, gedreht vor zehn Jahren. Und wertet man die lange Schlange bei Dussmann, wo Atkinson am Donnerstagabend signierte, als erstes Indiz für die Resonanz auf den zweiten, so könnte der Erfolg sich ohne weiteres wiederholen.

„Mr. Bean macht Ferien“, so heißt der Spaß, den Atkinson am Donnerstag und Freitag in Berlin vorstellte, in dem bei solchen Veranstaltungen üblichen Marathon von Fototerminen, Interviews und eben auch einer Signierstunde. Es ist ein, verglichen mit dem ersten Spielfilm, dialogarmes Vergnügen, was nicht zuletzt daran liegt, dass der Film weitgehend in Frankreich spielt und Mr. Bean nur drei Wörter der Landessprache beherrscht: Oui, non und – gracias. Aber damit wird die Figur ja wieder ihren Anfängen auf dem Bildschirm angenähert und ihr pantomimischer Zauber betont, wie auch Atkinson zugibt: „Ich bereue es immer noch ein bisschen, dass Mr. Bean im ersten Film so viel geredet hat. Indem wir Bean nun in eine Umgebung stellen, in der er die Sprache nicht versteht, muss er auf stumme Art mit den Situationen fertig werden, und damit waren wir in der Lage, zu der Reinheit zurückzukehren, die Mr. Bean ausmacht.“

1990 hatte Atkinson die Figur für eine englische TV-Serie erfunden, deren Erfolg so immens war, dass der Schauspieler sich zurückziehen und das Feld Zeichnern überlassen konnte, die Mr. Beans Abenteuer im Trickfilm fortspannen. Vor zwei Jahren war Atkinson noch einmal in seine Paraderolle geschlüpft, in einer Kindersendung. Und nun eben nochmal für die Leinwand.

„Mr. Bean macht Ferien“ startet am 29. März. Angelehnt an den Film gibt es ein Buch: „Mr. Beans Reiseführer für Frankreich“. Verlag Bloomsbury Berlin, 96 Seiten, 12,95 Euro

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