Trinkhalme aus Glas : Kampf dem Plastikmüll

Ein Berliner Start-up stellt Trinkhalme aus Glas her - nun auch mit eingravierten Berlin-Motiven.

Berlin-Halme aus Glas. Sie werden die Plastikflut nicht bannen, aber irgendwo muss man ja anfangen.
Berlin-Halme aus Glas. Sie werden die Plastikflut nicht bannen, aber irgendwo muss man ja anfangen.Foto: Promo

Tja, wenn der Strohhalm tatsächlich aus Stroh wäre, würde sich niemand daran stören, es sei denn, er versucht damit zu trinken. Aber schon der älteste Trinkhalm, den man gefunden hat, war aus Gold, eine Grabbeigabe aus der Zeit der Sumerer, etwa 5000 Jahre alt. Den konnte sich schon damals wohl nicht jeder leisten.

Nach allerhand Fehlversuchen wurden global Modelle aus Kunststoff üblich, in allen nur denkbaren Farben, gerade wie ein Bleistift, abknickbar und sogar spiralförmig, aber sie sind heute allesamt verpönt. EU und Bundesregierung wollen sie wie auch andere Einwegprodukte aus diesem Material als wahres Teufelszeug verbieten, schon im kommenden Jahr soll es so weit sein, der Umwelt und besonders den Meeren zum Wohle, in denen die dünnen Dinger oft landen, erst komplett, dann zu Mikroplastikteilchen zerfallen.

Dagegen muss man in der Tat etwas tun, aber womit soll man dann seine Cocktails schlürfen? Beispielsweise durch Glashalme, wie sie das 2016 von Hannah Cheney und Sebastian Müller in Berlin gegründete Start-Up Halm anbietet und mit denen - der Laden scheint zu laufen - täglich mehr als eine Tonne Plastikmüll (nach eigenen Angaben) vermieden werden (Mehr Infos unter www.halm.co).

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Die Halme werden in Deutschland produziert, mit haptisch angenehmen Rundungen an den Öffnungen, und sie bestehen aus stabilem, dickwandigem Spezialglas, wie es heißt - nicht, dass sich zarte Lippen daran womöglich verletzen. Schadstofffrei und spülmaschinenfest seien sie ebenfalls, erhältlich in verschiedenen Längen, verziert mit dieser oder jener Gravur und nun auch als Berlin-Souvenir.

Insgesamt sechs hiesige Motive enthält die für 14,90 Euro erhältliche „Berlin Edition“: sehr naheliegend der Name der Stadt, ebenso ihr pelziges Wappentier, das Brandenburger Tor und der Fernsehturm als ihre Wahrzeichen, dazu eine Pulle Bier und schließlich der Spruch „Last Night a Döner saved my life“, frei nach dem Achtziger-Jahre-Tanzboden-Klassiker von Indeep.

Geliefert wird das Set mit den 20 Zentimeter langen Glashalmen mit einer Bürste aus Naturborsten, falls doch mal keine Spülmaschine zur Hand ist.

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