Trockenheit in Brandenburg : Cottbus verbietet Wasserentnahme aus Flüssen und Seen

Wegen der anhaltenden Trockenheit wird in Teilen Brandenburgs das Wasser knapp. Pumpen an Flüssen und Seen werden verboten. Berlin ist nicht betroffen.

Wasserknappheit wegen anhaltender Trockenheit stellt Brandenburg vor Herausforderungen.
Wasserknappheit wegen anhaltender Trockenheit stellt Brandenburg vor Herausforderungen.Foto: Roland Weihrauch/dpa

In einigen Teilen Brandenburgs wird wegen der anhaltenden Trockenheit das Wasser in den Seen und Flüssen knapp. Mehrere Städte, Landkreise und Gemeinden haben deshalb Verbote erlassen, die unter anderem das Gießen der Gärten, das Befüllen von Pools oder die Entnahme von Wasser aus Seen und Flüssen einschränken beziehungsweise ganz verbieten.

„Wir haben besonders im Süden des Landes auch beim Grundwasser eine schwierige Situation“, sagte der Leiter der Abteilung Wasser und Boden im Brandenburger Umweltministerium, Kurt Augustin, am Mittwoch dem Tagesspiegel. „Weil es im vergangenen Jahr schon so trocken war und auch im Winter nicht viel Niederschlag fiel, fehlen uns im Speicherbereich Lausitz etwa 30 Millionen Kubikmeter Wasser. Wenn es weiter nicht regnet und heiß bleibt, könnte das kritisch werden.“

Das Umweltministerium habe deshalb den Unteren Wasserbehörden empfohlen, zu prüfen, ob entsprechende Anweisungen, sprich: Verbote, erlassen werden. „Wir müssen Prioritäten setzen“, sagte Augustin, „und die höchste ist natürlich die Sicherung der Trinkwasserversorgung, die bislang auch nicht gefährdet ist.“

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Die Stadt Cottbus hat inzwischen reagiert und ab dem kommenden Sonntag ein Entnahmeverbot erlassen. Nutzer im Stadtgebiet, darunter Landwirte und Gartenbetreiber, dürfen in der Zeit von 6 bis 21 Uhr kein Wasser mehr aus Flüssen, Seen oder Gräben pumpen. Andere Landkreise wollen dem folgen.

In Berlin seien solche Einschränkungen bislang nicht notwendig, sagte der Sprecher der Berliner Wasserbetriebe, Stephan Natz.

Die Kahnfährleute im Spreewald begrüßen die Maßnahmen. „Das kann helfen, dass wir auch weiterhin genug Wasser unterm Kiel haben“, sagte eine Sprecherin aus Burg: „Bislang mussten wir noch keine Tour absagen, was die vielen Menschen, die gerade den schattigen Spreewald besuchen, sehr freut.“

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