Überlastete Einsatzzentrale : Polizei schaltet Warteschleife bei Notruf 110 ab

Seit Wochen gibt's bei der Polizei immer wieder Probleme, Anrufe unter 110 zeitnah entgegenzunehmen. Jetzt zog sie eine unerwartete Konsequenz.

Polizist in der Einsatzzentrale vor Monitoren.
Die Berliner Polizei hat große Probleme, Notrufe entgegenzunehmen.Foto: Britta Pedersen/picture alliance / dpa

Nach Problemen bei der Annahme von Notrufen hat die Berliner Polizei die Bandansage und die Warteschleife abgeschaltet. Anrufer der 110 hören jetzt ein Freizeichen, bis ihr Anruf angenommen wird, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Seit Mitte Juni bis voraussichtlich Anfang September sitzt die Notrufzentrale in einem technisch eingeschränkten Ausweichquartier in der Friesenstraße.

Das Dach der eigentlichen Notrufzentrale im Polizeipräsidium wird saniert. Mehrere Anrufer hätten sich beschwert, weil sie zum Teil mehrere Minuten in der Warteschleife hingen, wie Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses sagte.

Es habe Fälle gegeben, bei denen Anrufer aus der Warteschleife geworfen worden seien, sodass sie erneut anrufen mussten. In einem Fall hing, wie berichtet, ein Anrufer neun Minuten in der Warteschleife fest, bevor der Anruf unterbrochen wurde.

Auch ohne Warteschleife ist das nicht ausgeschlossen. „Nur wenn im Ausnahmefall die Verbindung abbricht oder ein Besetzt-Zeichen ertönt, ist ein erneuter Anruf bei der ,110‘ erforderlich“, hieß in der Pressemitteilung der Polizei. (dpa)

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