Mitte 5: Bruni Wildenheim-Lauterbach gegen Klaus Lederer

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Umkämpfte Wahlkreise in Berlin : Die Duelle: Ramona Pop gegen Frank Henkel und Co.
Fotos: promo
Bruni Wildenhein-Lauterbach (SPD) und Klaus Lederer (Linke)Fotos: promo

Beständigkeit – da ist sich Bruni Wildenhein-Lauterbach (69) sicher – ist für die Menschen in Wedding wichtig. Und sie selbst verkörpert das auch: Die SPD-Abgeordnete lebt seit 25 Jahren im Kiez um Schillerpark und Rehberge, seit 2006 ist sie hier die Direktkandidatin. Ihr Motto: „Wedding – dit is meen Ding!“

Herausgefordert wird sie nun von Klaus Lederer, dem Spitzenkandidaten der Linken in Berlin. Er tritt zum ersten Mal in diesem Wahlkreis an. 2011 ging er in Pankow an den Start. Warum der Wechsel? „Ich habe bei der Bundestagswahl in Mitte kandidiert. Ich kenne den Bezirk und seine Problemlagen“, erzählt Lederer am Telefon, während er von einem Termin zum anderen hetzt.

Sein Problem: Weil er für den Wahlkampf der Linken in der ganzen Stadt unterwegs sein muss, kann er nur begrenzt im Bezirk präsent sein. Er sagt selbst: „Ich kann nicht zu jeder Schuldiskussion gehen. Aber natürlich bin ich im Kiez unterwegs. Kürzlich haben wir in der Seestraße und im afrikanischen Viertel zusammen Plakate geklebt.“ Auch an Infoständen wird man ihn treffen können.

Spannend findet Lederer an dem Wahlkreis, dass sich hier Gesamt-Berliner Probleme wie soziale Verdrängungsprozesse widerspiegeln. Ältere, Hartz-IV-Empfänger, allein erziehende Mütter prägten lange Zeit das Bild des Kiezes. Jetzt kommen immer mehr junge Familien dazu, weil der Wohnraum noch günstig ist. Aber auch hier steigen die Mieten.

Wildenhein-Lauterbach spürt bei den Wählern eine große Verunsicherung. „Viele wissen nicht, wen sie jetzt noch wählen sollen. Und dann kommt die AfD und hat an jeder Laterne ihr Plakat“, sagt sie. Dass die Linke mit Lederer nun zum dritten Mal einen anderen Kandidaten aufgestellt habe, trage auch nicht unbedingt zur Beständigkeit bei. Die 69-Jährige hofft, dass sie bei den Wählern durch das über Jahre erworbene Vertrauen punkten kann. Prognosen sehen sie jedenfalls als die wahrscheinliche Gewinnerin.

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