Wolfgang Thierse wollte lieber in seiner Mietwohnung am Kollwitzplatz bleiben

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Unterkunft der Bundespräsidenten : Jeder darf sich seine Villa selbst aussuchen
Auch Joachim Gauck wird sich seine Residenz aussuchen dürfen.
Auch Joachim Gauck wird sich seine Residenz aussuchen dürfen.Foto: dpa

Herzog war der einzige Präsident, der länger im Schloss Bellevue gewohnt hat. Richard von Weizsäcker hat die Wohnung nur kurz genutzt nach dem Umzug des Bundespräsidialamtes von Bonn nach Berlin 1994. Noch während seiner Amtszeit nahm er sich ein Privathaus in Dahlem. Der spätere Amtsnachfolger Johannes Rau ist mit seiner Frau, seinen drei Kindern und einem großen Hund gar nicht erst ins Schloss eingezogen, als er im Jahr 1999 gewählt wurde. Die Wohnung wäre wohl zu klein gewesen. Familie Rau nutzte die damals leer stehende Villa des Bundestagspräsidenten in der Dahlemer Miquelstraße. Der damalige Parlamentschef und heutige Vize Wolfgang Thierse wollte lieber weiter in seiner Mietwohnung am Kollwitzplatz leben – wie schon in den Jahren vor seiner Zeit als Politiker.

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Im Juni 2004 zog Horst Köhler mit seiner Frau Eva Luise in die frühere Dienstvilla des Bundeskanzlers in die Pücklerstraße. Diese hatte sich das Bundespräsidialamt 2003 gesichert, als bereits abzusehen war, dass es nach der Sanierung von Schloss Bellevue dort keine Wohnung mehr für das Staatsoberhaupt geben würde. Gebraucht wurde die Villa nicht, denn Regierungschef Gerhard Schröder nutzte die Dienstwohnung oben im Kanzleramt, während Nachfolgerin Angela Merkel und ihr Mann den eigen vier Wänden an der Museumsinsel treu blieben.

Ein Bundespräsident hätte freilich, selbst wenn er in Berlin in seiner Privatwohnung lebt, zur Not sogar noch einen Sitz in Bonn. Bis 1994 war die Villa Hammerschmidt der erste Amtssitz des Bundespräsidenten. Der Bonn-Berlin-Beschluss des Bundestages verpflichtet dazu, sie als Zweitsitz zu erhalten. Inzwischen wird sie aber nur noch selten für Empfänge und Konzerte genutzt.

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