Verbesserung der Ausbildung : Senator Geisel verteidigt Leiterin der Polizeiakademie

Innensenator Geisel sieht in der Polizistenausbildung in Berlin Verbesserungen. Die Leiterin Tanja Knapp selbst gesteht jedoch Fehler ein.

Die Polizeischule in Spandau hat Probleme. Vor rund einem Jahr wurde ein erstes Gutachten veröffentlicht.
Die Polizeischule in Spandau hat Probleme. Vor rund einem Jahr wurde ein erstes Gutachten veröffentlicht.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat die seit Anfang Juli amtierende Leiterin der Polizeiakademie Tanja Knapp gegen Kritik verteidigt. „Die Kritik entspricht nicht der Realität“, sagte Geisel am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. „Wenn wir gut ausgebildete Polizisten wollen, geht das nur gemeinsam.“ Die Akademie sei im Veränderungsprozess.

Geisel und Knapp befanden, dass das Klima seit den Erschütterungen vor einem Jahr um Disziplinlosigkeit von Polizeischülern, überforderte Lehrer, Reformchaos, Personalnot und Unterrichtsausfall besser geworden sei: offen und angenehm. Es seien zwölf zusätzliche Lehrer gewonnen worden. Für Deutsch würden vier neue Lehrer eingestellt.

Die vom Sondergutachter Josef Strobl vorgeschlagenen Sofortmaßnahmen, etwa für eine bessere Disziplin die Wiedereinführung des morgendlichen Antretens und klare Sanktionen bei Fehlverhalten, seien umgesetzt worden. „Alle Maßnahmen sind im Zeitplan“, sagte Geisel. Weil Berlin mehr Polizisten brauche, sei die Schülerzahl verdoppelt worden. „Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Schule“, sage Geisel. Das brauche Zeit.

Offen über Probleme sprechen

Auch Strobl selbst erklärt, dass die Atmosphäre besser geworden sei. Es geben auch anonyme Briefkästen für Beschwerden der Schüler. Zudem müssten Praktika, die kurze Vorbereitungszeit vor der Zwischenprüfung und der Nachprüfung entzerrt werden. Auch eine bessere Altersmischung in den Klassen empfahl Strobl. Die Akademieleitung müsse von „Nebensächlichkeiten“ frei gemacht werden um sich ganz der Ausbildung zu widmen. Die Kooperation mit der Schulverwaltung finde er nicht „zielführend“.

Knapp erklärte, sie wolle keinen blinden Aktionismus, sondern sich in Gesprächen mit Lehrern und Schülern selbst ein Bild machen. Sie bekomme als Rückmeldung, dass es wieder möglich sei, offen über Probleme zu sprechen. Sie arbeite daran, den Unterrichtsausfall zu minimieren. Zu den hohen Durchfallquoten bei den Zwischenprüfungen infolge von Unterrichtsausfall und Personalnot sagte Knapp: „Dann hat auch die Akademie etwas falsch gemacht. Damit kann ich nicht zufrieden sein.“

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!