Verkehr in Berlin-Pankow : Bezirk lässt neue Fahrradstraße prüfen

Autos sollen raus aus der Gleimstraße und Stargarder Straße. Der Bezirk hat nun die Überprüfung ausgeschrieben, die zeigen soll, wie sich die Fahrradstraße auf den Verkehr auswirkt.

Fahrradstraßenschild.
Fahrradstraßenschild - nicht von allen Autofahrern ernstgenommen.Foto: Uli Deck/dpa

Noch eine. Knapp 20 Fahrradstraßen gibt es in Berlin, nun soll mit der Gleimstraße und der Stargarder Straße ein weiterer Bereich zwischen der Bezirksgrenze an den Bahnanlagen im Westen und der Prenzlauer Allee im Osten hinzukommen. Das Bezirksamt Pankow hat jetzt einen Beschluss der Bezirksverordneten umgesetzt und die „Verkehrsuntersuchung mit Öffentlichkeitsbeteiligung“ ausgeschrieben. Bereits 2016/2017 waren die ersten Ideen dazu entwickelt worden.

Auf Fahrradstraßen sind nur Radfahrer zugelassen; Anliegerverkehr mit dem Auto kann aber erlaubt werden. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt dann 30 km/h. Die Fahrradfahrer dürfen auch nebeneinander fahren, Autofahrer müssen, falls erforderlich, bremsen. Sie dürfen die Radfahrer nicht behindern und nicht gefährden.

Die Untersuchung soll zeigen, wie sich die Fahrradstraße auf der Gleimstraße und der Stargarder Straße auf den fließenden und den ruhenden Verkehr auswirkt – sowohl im unmittelbaren wie auch im weiträumigen Umfeld, heißt es in der Ausschreibung. Dabei seien grundsätzliche Aussagen über die Situation im Auto-, Wirtschafts- und Lieferverkehr sowie für den Nahverkehr und auch für Fußgänger und Radfahrer zu treffen. Zudem ist eine „effiziente Öffentlichkeitsbeteiligung“ vorgesehen.

Autofahrerverhalten lässt sich nicht überprüfen

Der Streckenabschnitt gehört als Teilabschnitt der Nordspange – Tangentialroute 2 bereits zum übergeordneten Fahrradroutenhauptnetz. In beiden Straßen sei bereits jetzt ein hohes Radverkehrsaufkommen feststellbar, was die verkehrliche Bedeutung dieser Tangentialverbindung für den Radverkehr unterstreiche, schreibt das Bezirksamt weiter.

Derzeit ist die Gleimstraße als Ergänzungsstraße des übergeordneten Straßennetzes eingestuft. Vor einer Umwandlung in eine Fahrradstraße müsse die Gleimstraße deshalb aus dem übergeordneten Straßennetz „entlassen“ werden. Die erforderlichen Untersuchungen liefen derzeit, teilte das Bezirksamt weiter mit.

Nicht untersuchen lässt sich, wie sich Autofahrer auf der Fahrradstraße verhalten werden. Ein besonders negatives Beispiel ist die Prinzregentenstraße in Wilmersdorf, die weiter munter für den Durchgangsverkehr genutzt wird.

Zeitweise war der Durchgangsverkehr auf der Gleimstraße bereits unterbrochen. Nachdem der Tunnel unter den Bahnanlagen bei einem Starkregen überflutet worden war, war die Durchfahrt dort vom Juli 2016 bis Januar 2017 für Autos gesperrt.

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